Im November wird Hamburg wieder eine „Hanseatic“ haben. Axel Bitsch-Christensen, agiler Passagierschiff-Reeder, augenblicklich ohne Schiff, verblüfft von neuem die deutsche Öffentlichkeit. In seinem Tresor liegt ein Vorvertrag mit der israelischen Staatsreederei ZIM über den Verkauf des Flaggschiffes „Shalom“. Kostenpunkt 62 Millionen Mark. Bis zum 30. April muß Christensen zwei Bedingungen erfüllen, um den endgültigen Kaufvertrag unterschreiben zu können: Er muß 16 Millionen Mark Eigenkapital aufbringen (davon hatte er bereits bis Ostern mehr als acht Millionen zusammen) und er muß den Eigentümern eine Bundesbürgschaft für rund 30 Millionen der Restsumme von 38 Millionen Mark vorweisen. Diese 38 Millionen Mark stunden die israelischen Eigentümer der nur für dieses eine Schiff gegründeten Reederei Hanseatic Schiffahrts GMBH nach dem Prinzip: Pay as you earn, das heißt, das Schiff wird abbezahlt, während Christensen mit ihm Geld verdient.

Die „Hanseatic 1967“ ex „Shalom“ wurde erst vor vier Jahren an die ZIM übergeben. Sie ist ein modernes Schiff, das auf einer französischen Werft für einen Preis von rund 90 Millionen Mark gebaut wurde. Ende Dezember wird die erste Ausreise unter deutscher Flagge erfolgen – anderthalb Jahre später, im April 1969, will Christensen seinen Neubau „Hamburg“ von der Deutschen Werft übernehmen. Was kein Hamburger Reeder geschafft hat, wird Wirklichkeit: Der Däne Axel Bitsch-Christensen setzt die traditionsreiche Hamburger Passagierschiffahrt fort.

Zwei Schiffe vom Norddeutschen Lloyd in Bremen und zwei neuere Schiffe von der Elbe – das Angebot im Kreuzfahrtengeschäft für die Passagiere steigt. Und damit auch der Wettbewerb um den zahlenden Passagier. C. B.