DIE ZEIT

Mauerloch

Die Berliner Passierscheinstelle für Härtefälle bleibt geöffnet. Vorläufig jedenfalls. Was im Rathaus Schöneberg befürchtet wurde – Ostberlin werde nach dem 31.

U-Flotte

In diesen Tagen wird, nach den üblichen Probefahrten, die „Sam Rayburn“ in Dienst gestellt. Damit ist das teuerste (6,8 Milliarden Mark) Flottenbauprogramm erfüllt, das es je gegeben hat.

Wie neu ist die neue Ostpolitik?

Kein Wunder, daß unsere Ostpolitik sich festgelaufen hat, es war eben ganz falsch, mit den Rumänen anzufangen, die doch bei allen anderen sozialistischen Staaten im Osten als unsichere Kantonisten gelten.

Wirbelsturm bei den Freien Demokraten

Die FDP hat sich auf ihrem Parteitag in Hannover der Öffentlichkeit ungeschminkt in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit dargestellt, aber sie ist nicht in der unmittelbaren Gefahr, auseinanderzubrechen.

Pariser Modell?

General de Gaulle war in den letzten Tagen zum erstenmal mit jenen parlamentarischen Problemen konfrontiert, die ihm der Wahlausgang beschert hat.

ZEITSPIEGEL

„Es ist schon beinahe ein Prozeß widernatürlicher ideologischer Unzucht, wenn man Generaldirektoren von Sozialisierung in unserer Zeit reden hört.

Ein Sieg polnischer Studenten

Im Hörsaal der Historiker in der Warschauer Universität ist für hundert Studenten Platz. Am 21. Oktober 1966 aber schienen sich fast tausend hineingezwängt zu haben.

Happening in Hannover

Erich Mende war ausgezogen, den Reformern das Fürchten zu lehren. Für freundliche Jovialität und Demonstrationen der Geschlossenheit, die sonst das Bild der Parteitage zu bestimmen pflegten, war diesmal kein Platz.

Politiker vor dem Kadi

Einstimmig hat der Bundestag auf Antrag des FDP-Abgeordneten Morsch einen Untersuchungsausschuß zur Klärung der sogenannten Schützenpanzeraffäre eingesetzt.

Die „europäische Option“ ist gesichert

In zähen Konsultationen ist es der amerikanischen Regierung gelungen, ihre Ansichten über den angestrebten Nonproliferationsvertrag mit denen ihrer westeuropäischen Partner in wesentlichen Punkten in Einklang zu bringen.

Humphrey räumt Hindernisse beiseite

Die Alternativvorschläge beziehen sich in erster Linie auf den Kontrollartikel des Sperrvertrags, der nach seiner ursprünglichen Fassung die gesamte zivile Atomnutzung der Niclitnuklearstaaten der Aufsicht und der Inspektion der in Wien ansässigen Kontrollbehörde der Internationalen Atomenergie-Organisation unterwarf.

„... als Kirche schuldig werden“

Die Sprache gehört in das vorige Jahrhundert, die Idee aber könnte aus diesen Tagen stammen – das Postulat Johann Hinrich Wicherns: „In diesen Häusern soll unwiderstehlich gelehrt werden, was Güte und Liebe ist und will, nicht mit großen Worten, Formeln oder Gebärden, sondern in der Tat und Wahrheit, wie wenn es sich von selber so verstünde.

Berliner Kabalen

Heinrich Albertz spielte hoch – und schien zu gewinnen. Als „Regierender“ wagte er, was sich seine stärkeren Vorgänger in Berlin nicht zugetraut hätten.

Das Parlament wird nicht gelähmt

Die Große Koalition hat in der Bundesrepublik das gefunden, was man eine gute Presse nennt. Aber auch die Befürworter dieses Bündnisses auf Zeit zwischen den stärksten Fraktionen des Bundestages haben Bedenken geäußert hinsichtlich der Wirkungen der Großen Koalition auf das parlamentarische System.

Wolfgang Ebert:: Tröstung aus USA

Humphrey: Die Holländer sind nicht gut auf Washington zu sprechen. Die Italiener sind nicht gut auf Washington zu sprechen. Ich bin nicht gut auf Washington zu sprechen.

Hüter des Nibelungenschatzes

Seit Jahren war es still geworden um Fritz Schaffen Seine politischen Freunde sprachen noch gelegentlich mit ihm über die Ereignisse, Einfluß hatte er lange nicht mehr, seine Grundanschauungen galten als überholt.

Botschaft ohne Bundesadler

Stürmisch geigt der Zigeuner in der Marea Neagra an der Calea Griviçei eine rumänische Volksweise. Sein spärlicher deutscher Wortschatz umfaßt ausschließlich Vokabeln, die nur in den besten Wörterbüchern stehen.

Athen: Aspida-Nachwehen

Wieder einmal hat der junge König Konstantin von Griechenland eine Staats- und Regierungskrise durch die rasche Vereidigung einer Übergangsregierung überbrückt.

Von ZEIT zu ZEIT

Auf seiner Europa-Reise traf der amerikanische Vizepräsident Hubert H. Humphrey zu offiziellen Gesprä- chen mit der Bundesregierung in Bonn ein.

Vietnam: Bilanz eines Krieges

Nach dem Scheitern der Friedensvermittlung UN-Generalsekretärs U-Thant richten sich beide Seiten in Vietnam auf einen noch härteren Zermürbungskrieg ein.

Rebellion in der FDP

„In der Sache sind wir ein großes Stück weitergekommen“, meinte die FDP-Politikerin Dr. Hildegard Hamm-Brücher am Dienstag, als die „Rebellen“ auf dem FDP-Parteitag in Hannover nahezu das Feld beherrschten.

Namen der Woche

Liu Tschao-tschi, trotz monatelanger Anfeindungen durch die Roten Garden immer noch chinesischer Staatspräsident, war in dieser Woche das Ziel neuer Massenproteste und Pressekampagnen.

Ein Musterland zerbricht

Der westafrikanischen Föderation Nigeria droht mehr und mehr der Zerfall: Seit dem 31. März weigert sich der wirtschaftlich mächtigste Landesteil, die Ostregion, Abgaben an die Zentralregierung in Lagos zu entrichten.

Populorum progressio

... Wenn aber die Erde da ist, um jedem die Mittel für seine Existenz und seinen Fortschritt zu geben, dann hat jeder Mensch das Recht, auf ihr das zu finden, was er nötig hat.

Fußball über alles

Im Osten von Saarbrücken liegt der Amtsbezirk Brebach mit nahezu zehn Gemeinden, von denen einige unmittelbar an Frankreich grenzen.

Nur von wenigen verteidigt

Wollen Sie es kaufen? fragt ein Arbeiter, den ich vor einem Lagerhaus in Harburgs Hafen- und Industrieviertel nach dem Weg zum Schloß frage.

Zöllner a. D.

In der 1242 gegründeten Stadt Waldshut fließt das Leben munter dahin. Zwischen „Oberem Tor“ und „Unterem Tor“ gibt es einen Nachtklub, eine Bar, zahlreiche Gasthäuser und Parkuhren.

„Helmut, wi möt wähln“

Zwei Jahre lang lebten die Einwohner der Zehn-Häuser-Gemeinde Luttmersen, 38 Kilometer nördlich von Hannover, in Frieden und Eintracht mit ihren uniformierten Zeitgenossen aus der neuen Kaserne am Rande der Ortschaft.

Zahlen soll er

Die Richter der 15. Zivilkammer des Kölner Landgerichts haben entschieden: Zahlen soll er. Der Chef der Kölner Studenten, Klaus Laeppele (siehe Zeit Nr.

Gerhard und die Wehrpflicht

Dem Nürnberger Studenten Gerhard Heydrich, 25 Jahre alt, wurde am 1. März dieses Jahres das Urteil des Verwaltungsgerichts Ansbach Nr.

Justitias feine Mühlen

Die letzte Instanz ist die längste. Wer in einem Zivilprozeß Revision zum Bundesgerichtshof einlegt, muß in der Regel länger als ein Jahr, vielleicht mehrere Jahre auf die Entscheidung warten.

Die Russen sind stärker

Im Kalten Krieg zwischen Moskau und Bonn erstritten die Russen an vorderster Front zwar einen kleinen, aber doch einen Sieg.

Mit dem Parteibuch unterm Arm

Benötigt ein Beamter zu schneller Karriere das Mitgliedsbuch der jeweils herrschenden Partei oder nicht? Diese Gewissensfrage hat jetzt im Rathaus der Ruhrmetropole Essen einen öffentlichen Streit entfacht.

Witwe Kunigunda will nicht mehr

Es gibt einen alten Hegemoniestreit zwischen Bayern und Baiern, zwischen pfiffig-fränkischem Schliff und altbairisch-derber Eigenart.

Theater:: Große Oper in München

Zwei Neuinszenierungen aus der fragwürdig gewordenen Gattung „große Oper“ an den staatlichen Musikbühnen München. Genaugenommen, müßte man sogar vier Premierenabende verzeichnen: Sowohl die Staatsoper wie das Gärtnerplatztheater studierten die solistischen Partien in zweifacher Besetzung ein.

Offener Brief der Professoren an die Bischöfe

Ihre Protesterklärung gegen die von der nordrhein-westfälischen Landesregierung geplante Reform der Volksschuloberstufe, veranlaßt uns, alsKatholiken, denen die Lehrerbildung anvertraut ist und die sich für die Erziehung der Jugend verantwortlich wissen, zu einer Gegenerklärung.

Koeppen und Abendroth

Die 1950 von Friedrich Märker, dem Präsidenten des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller, begründete „Stiftung zur Förderung des Schrifttums e.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Das „Ceremonial de l’église de Paris“ aus dem Jahr 1662 beschreibt ziemlich genau, was der Organist seinerzeit im katholischen Gottesdienst tun mußte und tun durfte: mit kurzen Präludien dem Chor den Ton angeben, mit ihm während der einzelnen Gesänge (Kyrie, Gloria, Sanctus, Agnus) alternieren – ein Vers Chor, ein Vers Orgel –, zur Opferung laut und bei der Wandlung leise improvisieren und zum Schluß mit einem großen Finale die Besucher hinauskomplimentieren.

Das restlos reproduzierbare Kunstwerk

Wenn man im Münchner "Deutschen Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik" an der Geminikapsel mit den zwei liegesitzenden Kunststoff-Astronauten vorbei ins II.

Kunstkalender

Schon die Auswahl der Künstler unterfiegt einem ebenso komplizierten wie unzulänglichen Verfahren. Statt die Künstler entweder einzuladen oder alle, die sich beteiligen wollen, einer Jury zu unterwerfen, werden in Hannover beide Methoden miteinander verquickt.

Das Klassentreffen

Eins hatten wir alle gemeinsam: das Geburtsjahr 1923. Noch etwas sollte uns verbinden – aber das war schon nicht mehr kontrollierbar: die Erinnerung.

Kampf um die Konfessionsschule

Protest der nordrhein-westfälischen Bischöfe gegen das Schulgesetz des Landes, dessen neue Hauptschule gegen alle nur denkbaren Konventionen verstoßen soll.

Sie kennen keine Zärtlichkeiten

Alle unsere Phantasie und Mühe dient dem Zweck der Gemeinsamkeit. Was aber, wenn diese Gemeinsamkeit ein Wort oder eine anerzogene Vorstellung ist, deren Inhalt man nicht direkt ausfüllen kann? Das Programm Gemeinsamkeit kann sich doch nicht in der traditionellen Gemeinschaft von Tisch und Bett erledigen.

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