Der Inlandsverbrauch an Mineralölen stieg in der Bundesrepublik 1966 um 13,6 Prozent auf 78,5 Millionen Tonnen. Da sich bei der BP Benzin und Petroleum AG, Hamburg, der Inlandsabsatz 1966 um 13,5 Prozent erhöht hat, kann die Verwaltung mit Fug und Recht behaupten, daß sie trotz des noch härter gewordenen Wettbewerbs ihren Marktanteil gehalten hat. Der dafür zu zahlende Preis: Wie in den Vorjahren blieb der Anstieg der Nettoerlöse um 10,4 Prozent hinter dem Wachstum des Mengenabsatzes zurück. Das ist sowohl auf die Preisentwicklung bei einzelnen Produkten als auch auf eine Verschiebung in der Zusammensetzung der abgesetzten Produkte zurückzuführen, das heißt, 1966 waren die erlösschwächeren Produkte in der Absatzpalette stärker vertreten.

Trotz des harten Konkurrenzkampfes, den sich die Ölkonzerne aus aller Welt auf dem deutschen Markt liefern und der in den letzten Monaten in weiteren Benzinpreissenkungen zum Ausdruck kam, läßt die BP in ihren Investitionsanstrengungen nicht nach. Seit 1966 läuft ein Programm, das bis Ende 1969 rund 1 Milliarde Mark erfordern wird. Darin ist die in diesem Jahr in Betrieb gehende Raffinerie Vohburg (Kapazität 4,4 Millionen Jahrestonnen) enthalten. Sie ist das vorerst letzte Raffinerieprojekt der BP in der Bundesrepublik.

Die Finanzierung der Milliarde ist gesichert. Kapitalerhöhungen, Anleihen und Abschreibungen sind die Quellen, aus denen das Geld fließt. Strenggenommen ist die BP in Deutschland für die englische Mutter ein Zusatzgeschäft. Schließlich verzinste sich das Grundkapital von 500 Millionen Mark 1966 gerade mit 0,6 Prozent; es wurde nur ein Gewinn von 3 Millionen Mark ausgewiesen. Man kann aber davon ausgehen, daß der Nutzen der englischen BP auch im Berichtsjahr nicht allein in diesen paar Millionen Gewinn lag, sondern vielmehr in der Rolle, die die deutsche Tochter im Rahmen des Gesamtkonzerns zu spielen hatte. kw