Das strategisch begründete Embargo der NATO-Mitgliedstaaten, keine technisch hochentwickelten Produkte an kommunistische Länder zu liefern, bricht zusammen.

Nach monatelangen Diskussionen gab nun die englische Regierung der ICT (International Computers and Tabulators) freie Bahn für die Lieferung eines Groß-Computers (Typ 1905) nach Peking. Der Vertrag von ICT mit den Rot-Chinesen umfaßt noch weitere Datenverarbeitungsanlagen. Der Gesamtwert der Lieferung beträgt 6 Millionen Mark.

Noch vor kurzem hatte die amerikanische Regierung die Auslieferung einer Großanlage (KDF-9) der English-Electric verhindert. Begründung: Damit helfen wir den Chinesen, ihre Atombomben zu entwickeln.

Ebenfalls nach China verkaufte inzwischen die englische Firma Elliott eine Arch 1000 und verhandelt augenblicklich wegen einer Anlage 4100. Beide Anlagen sind Computer für rein wissenschaftliche Zwecke.

Im Geschäft mit den osteuropäischen Ländern, auch mit der Sowjetunion und der DDR, hat das strategische Embargo nur noch historische Bedeutung. Die Briten bauen zur Zeit für Osteuropa modernste Computer in Großserie. Die Höhe der Aufträge wird insgesamt mit mehreren Millionen Pfund angegeben.

Aber auch die Amerikaner zeigen zunehmendes Interesse an kommunistischen Märkten. General Electric wagte sich als erste amerikanische Firma ins Geschäft mit der UdSSR – allerdings nur mit Computern, die in Frankreich und Italien gebaut wurden. IBM verkauft seit einiger Zeit in Ungarn; allerdings nur militärisch unbedeutende Klein-Computer.

rod.