Sehr sehenswert:

„Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter der Anleitung des Herrn de Sade“. Von Peter Brook. Mehr als ein großer Theaterabend: Weder begnügte sich Peter Brook damit, seine berühmte Londoner Inszenierung des Stückes von Peter Weiss zu dokumentieren, noch unternahm er es, die Bühnenvorlage ins „Filmische“ zu transponieren. Vielmehr macht er die Kamera zum aktiven, inspirierten, kritischen Beobachter der Bühneninszenierung. Diese ist das Sujet des Films – das Theater wird zum Kino. Das Resultat ähnelt einem Experimentalfilm mehr als einer Theaterverfilmung: Was Theater heute vermag und worin es versagt, wird dargestellt, indem die exemplarische Inszenierung eines exemplarischen Stückes der Kamera ausgesetzt wird. Mit Ian Richardson, Patrick Magee und Glenda Jackson.

„Mord und Totschlag“, der zweite Film von Volker Schlöndorff. Die Geschichte eines Mordes ohne Folgen: Das Mädchen Marie probiert aus, wie naiv man sich ungestraft verhalten kann, Volker Schlöndorff, ob es möglich ist, so zu filmen, wie Marie handelt. Das klappt.

„Der Krieg ist vorbei“, von Alain Resnais. Eine Reflexion über den Nutzen politischer Untergrundarbeit.

„Mahlzeiten“, von Edgar Reitz. Die Geschichte einer Ehe, die unter anderem an der Antibabypille scheitert, aber nicht, weil Elisabeth sie nimmt, sondern weil Elisabeth sie nicht nimmt.

„Die Geschöpfe“, von Agnes Varda. Bilder vom einfachen Leben und von der Unschuld, die deren Verlust ebenso bezeugen wie die Notwendigkeit, zu einer neuen Einfachheit und Unschuld zu gelangen.

„Die Gräfin von Hongkong“, von Charlie Chaplin. Die Konfession eines alten Mannes, versteckt in einem Film, der seine Bedeutungen nicht vor sich herträgt und deshalb bei oberflächlicher Betrachtungsweise mit dem oberflächlichen Unterhaltungsfilm verwechselt werden kann, der er nicht ist.