Bei der Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG–Telefunken ist im Geschäftsjahr 1966 der Gewinn nach Steuern gegenüber dem Vorjahr um etwa 25 Prozent zurückgegangen. Die Verwaltung hat sich entschlossen, diesen empfindlichen Gewinnrückgang nicht bis zur Dividende durchschlagen zu lassen; sie wird mit 16 Prozent unverändert belassen. Mit Prognosen für das Jahr 1967 war Vorstandsvorsitzender Dr. Hans Bühler sehr vorsichtig: „Wir hoffen auf ein ausreichendes Ergebnis!“ Auf Anfrage beteuerte er, daß sich die Verwaltung mit dem Problem einer etwaigen Dividendenkürzung für das laufende Geschäftsjahr noch nicht befaßt hat.

Tatsächlich hängt alles in der Schwebe. Von einer Investitionsbelebung im privaten Bereich merkt die AEG noch nicht viel. Entscheidend sei, so meinte Bühler, daß bei den Unternehmen die Selbstfinanzierungsquote wachse und daß sich die Gewinnerwartungen verbesserten. Die zehnprozentigen Sonderabschreibungen und die Zinssenkung hätten bisher kaum Auswirkungen gezeigt. Auch die AEG selbst wird ihre Investitionstätigkeit aus diesen Gründen nicht vergrößern.

Die Zinssenkung wird angesichts der gestiegenen Bankverschuldung als angenehm empfunden. Dadurch hofft man, in diesem Jahr 3 bis 4 Millionen Mark sparen zu können. Die Investitionen von voraussichtlich 210 Millionen Mark werden voll durch Abschreibungen gedeckt werden, so daß der Kapitalmarkt nicht in Anspruch genommen zu werden braucht. An einen Verkauf von Beteiligungen wie im vergangenen Jahr an der Neckarwerke Elektrizitäts-Versorgungs-AG (Erlös 112 Millionen Mark) ist nicht mehr gedacht. „Die Bilanz ist gut, nur die Ertragslage war schlecht“, hieß es auf der Pressekonferenz in Frankfurt.

Im ersten Quartal 1967 wurden die immer noch rückläufigen Inlandsumsätze durch höhere Exporte ausgeglichen. Im technischen Geschäft war der Auftragseingang gut. Bedauerlich ist, daß sich Finnland nicht entschließen konnte, den Plan eines AEG-Atomkraftwerkes zu realisieren. Der Auftrag dazu war schon so gut wie in den Büchern. In Kreisen der AEG-Verwaltung macht man keinen Hehl daraus, daß sich hier bereits die ersten Auswirkungen des Atomsperrvertrages zeigen, den in diesem Fall die Sowjets als Druck zu benutzen verstanden. kw

Stadtsparkasse Gelsenkirchen. Trotz Krise im Ruhrgebiet stiegen die Spareinlagen auf 521,2 (+41,7 nach 46,7) Millionen Mark. Die Einlagen öffentlicher Stellen gingen um 14 Millionen Mark zurück. Kreditvolumen 228 (220) Millionen Mark; Bilanzsumme 813,5 (767,5) Millionen Mark.