Für die Zeit des Wehrdienstes steht den Eltern eines Soldaten der Kinderfreibetrag nur dann zu, wenn die Berufsausbildung durch den Wehrdienst unterbrochen wurde und die Eltern die Kosten des Unterhalts und der Berufsausbildung zuvor überwiegend getragen haben. Das ist meistens der Fall, wenn der Sohn seiner 18monatigen Dienstpflicht genügt. Der Kinderfreibetrag kann aber auch dann gewährt werden, wenn der Sohn sich für zwei Jahre verpflichtet. Dagegen entfällt der Kinderfreibetrag, wenn sich der Sohn auf drei Jahre verpflichtet, um die Laufbahn eines Offiziers auf Zeit einzuschlagen.

In manchen Fällen wollen die Soldaten aber gar nicht Berufsoffiziere werden, sondern sich nach drei Jahren Wehrdienst ihrem Lebensberuf zuwenden. So war es auch in einem Fall, den das Finanzgericht zu entscheiden hatte. Ein junger Mann hatte sich für drei Jahre als Soldat auf Zeit verpflichtet, um dann erst sein Studium zu beginnen und Diplom-Ingenieur zu werden. Die Finanzrichter stellen fest, daß die dreijährige Spezialausbildung zum Leutnant eine Berufsausbildung darstellt, für die der junge Mann Gehalt bekommt. Daß er dann später einen anderen Beruf wählt und als Lebensberuf ausübt, ändert daran nichts. Die Unterscheidung zwischen zwei- und dreijähriger Wehrdienstverpflichtung machen auch Ministerialerlasse der Länder. Ob der Bundesfinanzhof diese Rechtsansichten bestätigen würde, ist ungewiß. (Urteil vom 9. 3. 1966 – IV L 24/66 in EFG vom 10. 10. 66, Seite 460.)