Hilfe, die Jumbos kommen und Wohin mit den vielen Menschen – auf diese Alarmrufe, die jene nahe Zukunft beschwören, da Großraumflugzeuge mit jeweils fast 500 Fluggästen auf den Flughäfen landen werden, gibt als erster Flughafen in Europa Schiphol in den Niederlanden eine Antwort.

Vom 8. Mai an wird der Passagierverkehr in einem neuen Abfertigungsgebäude aufgenommen, dem Zentrum einer neuen Anlage, die für acht Millionen Fluggäste im Jahr vorausberechnet wurde; 1966 fertigte dieses Drehkreuz der Luftfahrt bei Amsterdam etwa drei Millionen Fluggäste ab (Frankfurt 5,6, Hamburg 1,9 Millionen). Außer der KLM (Königlich Niederländische Luftverkehrsgesellschaft) fliegen 31 Luftfahrtunternehmen und viele Chartergesellschaften Schiphol an.

Weit vorausschauend haben die Bewohner eines der kleinsten Länder Europas großzügig geplant, daß nach der jetzt erfolgten feierlichen Eröffnung der ersten Aufbaustufe für acht Millionen Fluggäste die Anlage bis 1975 auf eine Frequenz von 12 Millionen erweitert werden kann und in der letzten Aufbauphase eine Kapazität von 20 bis 25 Millionen Passagieren erreichen soll.

Unter den vielen technischen Neuerungen sind zum erstenmal auf einem europäischen Flugplatz in das Abfertigungsgebäude Rollsteige eingebaut worden (moving sidewalks, von der Firma Orenstein-Koppel und Lübecker Maschinenbau), und zwar in einer Länge von je 195 Meter. Auf ihnen gelangen die Passagiere in den langen Gängen des Abfertigungsgebäudes direkt bis an ihr Flugzeug. Endlich ist in Schiphol die Qual gebannt, daß der Fluggast mit seinem Handgepäck über die endlosen Korridore zu den Maschinen hasten muß. Er steht auf dem etwa ein Meter breiten Fließband dieser Rollsteige (das sich langsam bewegt) ähnlich wie auf den Rolltreppen und wartet, bis er angekommen ist. Bisher gab es diese Sidewalks schon in Sportstadien und Flughäfen in USA und Kanada (Montreal), ferner in Europa im U-Bahnhof Bank in London und in den Messehallen von Turin. Auch der neue Flughafen in Genf-Cointrin, der im Ausbau ist, wird damit ausgerüstet sein.

E. M.