Makler und Gauner verdienten ein Millionenvermögen. An der New Yorker Börse wurde ein Aktienschwindel großen Stils aufgedeckt. Untersuchungskommissionen versuchen die Hintergründe zu klären.

Eine Gruppe von Börsenmaklern kaufte umfangreiche Aktienanteile bestimmter Firmen. Durch das Ausstreuen von Fusionsgerüchten und Prognosen über die ungewöhnlich hohen Renditen bei diesen Papieren wurden Interessenten zum Kauf dieser Aktien verlockt. Sobald die Kurse auf diese Weise hochgetrieben worden waren, verkauften die beteiligten Händler ihre Anteile mit beträchtlichen Gewinnen.

Dieses System bewährte sich mindestens ein Jahr lang. Die Nachforschungen gehen zurück bis Mai 1966. Selbst die Prüfer waren verblüfft darüber, wie einfach, reibungslos und einträglich diese Geschäfte gelaufen waren. Typisch ist die Entwicklung der Rowland-Aktien. Die Rowland Products Inc., ein kleiner Hersteller von Brillengestellen und Plastikwaren, hatte 266 000 freie Anteile. Doch von März bis Ende Mai 1966 wurden 467 300 dieser Aktien an der Börse umgesetzt. Die Kurse der Papiere stiegen von 8 Dollar pro Stück im Jahre 1965 bis auf 48,75 Dollar im April 1966 – obwohl der Nettogewinn des Unternehmens merklich sank. Rowland selbst wußte ebenso wie die anderen Unternehmen nichts von den Betrugsmanövern.

Die Untersuchungskommissionen sprechen von einem organisierten, kriminellen Schwindelunternehmen. Die aufgedeckten Verbindungen reichen von Verbrecher-Syndikaten in Chikago bis zu renommierten Maklerfirmen in New Yorks Wallstreet. Drohungen, Erpressungen und Bestechungen wurden in mehreren Fällen nachgewiesen.

Bis zur endgültigen Aufklärung des Börsenskandals wird noch einige Zeit vergehen. Denn drei Schlüsselfiguren der Affäre können nicht vernommen werden. Zwei wichtige Zeugen – beide Wertpapiermakler – sind verschwunden, den dritten, den 325 Pfund schweren Alan R. Rosenberg, fand die Polizei in Chikago auf dem Rücksitz seines Cadillac – mit neun Kugeln im Körper. h.p.m.