Am 15. September vergangenen Jahres bestellte jemand eine Ware, Lieferung so schnell wie möglich. Der Lieferant nahm den Auftrag an, war jedoch nicht in der Lage, sofort zu liefern. Vielmehr stellte er die Lieferung für Anfang 1967 in Aussicht. Der Kunde war darüber nicht gerade glücklich, mußte sich jedoch damit zufriedengeben – nur diese Firma kann die verlangte Ware liefern.

Es wurde Anfang 1967, doch die Ware war immer noch nicht da – die Firma ließ schlicht nichts von sich hören. Mitte April griff der Kunde zum Telephon und fragte höflich, wann denn nun mit der Lieferung zu rechnen sei. Wenn er, so bedeutete ihm eine Angestellte, in einer Woche wieder anrufe, werde man ihm sagen können, ob die Lieferung innerhalb vier weiterer Wochen erfolge oder nicht.

Das ist kein Märchen, sondern Wirklichkeit. Die Firma ist die Deutsche Bundespost, der Kunde einer von mehreren hunderttausend „Anwärtern“ auf einen Telephonanschluß. Es soll hier nicht in frevlerischer Weise untersucht Werden, ob bei der Post alles im Lot ist. Moniert werden soll nur, daß die Post nicht wenigstens ein Brieflein geschrieben hat, als sie sah, daß der ursprünglich genannte Liefertermin nicht einzuhalten war. Aber offensichtlich verleitet eine Monopolstellung auch noch zur Unhöflichkeit. bgh.