Ausschau bei Grün

Das ist die alte Sache im Stoßverkehr: An einer Ampel wartet die eine Richtung bei Rot, der Wagenstromin Gegenrichtung fließt zäh. Wenn die Farben an den Ampeln wechseln, ist die Kreuzung verstopft, weil die Wartenden auf ihr Recht pochen und bei Grün einfach losfahren. Das ist in Städten, in denen sich das „Noch-bei-Gelb-Fahren“ eingebürgert hat, eine Gefahr.

Das Oberlandesgericht Hamm hat in einem Urteil jetzt festgelegt, daß man auch bei „Grün“ erst noch Ausschau nach den Nachzüglern der Gegenrichtung halten muß. Eine fragwürdige Entscheidung, die sich über geltendes Recht hinwegsetzt. Entweder es gilt die Regel, daß man bei „Gelb“ anhält, dann bedarf es solcher Urteile nicht; oder man bleibt bei der Verpflichtung, erst zu fahren, wenn die Kreuzung geräumt ist, dann ist die Entscheidung erst recht überflüssig.

th. u.

Rechtslage links

Neuer Gesichtspunkt in der Diskussion „Tempo 100 auf der Autobahn“: Das Schnellfahren zahlt sich nicht aus. Wer mit „150“ eine Kolonne überholt, muß – laut Bundesgerichtshof – jederzeit damit rechnen, daß ein Wagen plötzlich von rechts nach links ausschert. Schwer vorzustellen, daß bei dieser Rechtslage noch jemand guten Gewissens den Nerv hat, aufs Gas zu steigen. -lar