Das Bild ging um die Welt: Das verschmutzte, tränenfeuchte Gesicht eines Kindes, dem die blonden Haarstränen in die Stirn hängen, dessen Züge Verzweiflung und Angst ausdrücken. Das Bild des 16 Jahre alten Flakhelfers Hans-Georg Henke, aufgenommen in den ersten Maitagen 1945, als das Dritte Reich zusammenbrach. „Wir waren fünf, die von der 120 Mann starken Batterie übriggeblieben waren“, erzählt der heutige Verwaltungsreferent des Kreiskrankenhauses in Finsterwalde und SED-Mitglied Henke einem amerikanischen Reporter, der der Geschichte dieses Bildes nachgegangen ist. „Wir versteckten uns in einer Scheune, als wir russische Panzer hörten. Wir liefen hinaus und rannten um unser Leben. Dabei erwischte mich ein Granatsplitter. Ich humpelte weiter und kam in ein Dorf, wo ein Durcheinander von Flüchtlingstrecks und Soldaten herrschte. Wir waren jetzt nur noch drei. Und inmitten dieses Chaos überkam mich eine grenzenlose Verlassenheit. Ich wußte nicht mehr weiter, ich hatte einfach nur Angst. Dort muß dann dieses Foto gemacht worden sein...“