Am letzten Sonntag fuhr ein mit englischen Schulkindern besetzter Bus in der Kronkolonie Aden auf eine Mine, die ihn buchstäblich in Stücke riß. Der Fahrer und sieben Kinder waren tot. 15 Kinder wurden schwer verletzt. Die Regierung der Südarabischen Föderation ordnete eine dreitägige Staatstrauer an, worauf die arabischen Nationalisten der „Befreiungsfront für das besetzte Süd-Jemen“ (FLOSY) und der „Nationalen Befreiungsfront“ (NLF) am Montag mit einem Generalstreik antworteten, der in blutige Ausschreitungen ausartete.

Der neue Anschlag gab denjenigen Engländern nachträglich recht, die Ende März davor gewarnt hatten, 400 Kinder zu einem Osterbesuch bei ihren Eltern nach Aden reisen zu lassen.

Seit Monaten hat die Zahl der Terrorakte der arabischen Nationalistengruppen – die sich auch übereinander immer heftiger befehden – ständig zugenommen. Deshalb will die britische Regierung jetzt alle Familienangehörigen der in Aden dienenden Britischen Offiziere und Beamten abziehen. In dieser Woche sollte das erste Flugzeug der „Operation Verwandter“ Familien nach England bringen; bis zum 31. Juli soll die Aktion abgeschlossen sein. Für den Fall, daß sich die Lage in Aden noch mehr verschlechtert, liegen Not-Evaku erungspläne bereit.