Wäre es Gott darum zu tun gewesen, daß die Menschen in der Wahrheit leben und handeln sollten, so hätte er seine Einrichtungen anders machen müssen. Johann Wolfgang von Goethe

20000 für Charlie

Mit 20 000 DM ist der Kulturpreis dotiert, den der Deutsche Gewerkschaftsbund in diesem Jahr Charlie Chaplin zugesprochen hat, dem großen alten Mann des komischen Kinos. Ob die Preisrichter seinen Film „Die Gräfin von Hongkong“ gesehen haben, diese Konfession eines reichen alten Mannes, der sich abgefunden hat mit beidem, mit dem Alter und dem Reichtum? Vielleicht. Aber nicht diesem Film gilt der Preis, sondern den frühen Filmen Charlies, in denen er seinen Traum von einer gerechten Welt deutlicher auf der Linie der Gewerkschaften träumte als heute. Darauf wiesen die Preisstifter ausdrücklich hin. Sie haben keinen Grund, nach Entschuldigungen für ihre Entscheidung zu suchen: Sie ist in Ordnung.

Militaria in Potsdam

Potsdam brilliert wieder einmal militärisch: im „Deutschen Armee-Museum“ wurde kürzlich eine Ausstellung unter dem Motto „Deutsche Militärgeschichte 1789–1932“ eröffnet. Dreihundert Quadratmeter Ausstellungsfläche „würdigen die Befreiungskriege gegen die napoleonische Fremdherrschaft, die deutsch-russische Waffenbrüderschaft, die Teilnahme deutscher Arbeiter an der Oktoberrevolution und die Bedeutung des Rotfrontkämpferbundes. Einen Höhepunkt bildet der Abschnitt, der die weltpolitische Bedeutung der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und deren Auswirkungen auf Deutschland behandelt“. Dazu, daß in acht Museumsräumen „die wichtigsten Etappen der beiden Klassenlinien in der deutschen Militärgeschichte von der Französischen Revolution 1789 bis zur Machtergreifung des Faschismus thematisch klar gegliedert gezeigt“ werden können, trugen neben DDR-Museen und Instituten auch „Parteiveteranen“ bei.

Im Namen Goethes

Vom 19. bis 21. Mai wird die Goethe-Gesellschaft in Weimar nach dreijähriger Unterbrechung wieder eine Hauptversammlung abhalten. Helmut Holtzhauer, der Direktor der Weimarer Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten, wird die Veranstaltungen mit einem Festvortrag, betitelt „Die Weimarischen Kunstfreunde“, eröffnen, das wissenschaftliche Diskussionsthema der Tagung gilt „Goethes Verhältnis zur Romantik“, den Abschlußvortrag hält Werner Heisenberg über „Goethes Naturbegriff und die technisch wissenschaftliche Welt“. Die Veranstaltungen werden ergänzt durch Ausstellungen des Goethe- und Schillerarchivs über „Johann Joachim Winkelmann“ und „Schiller in Böhmen“.