Als 1964 das erste Einkaufszentrum in Deutschland seine Pforten öffnete, hieß es skeptisch: ein Experiment. Die ersten, die sich daran versuchten, war eine kanadische Gruppe. Sie konnte das Main-Taunus-Zentrum nicht realisieren. Dann stieg die Intershop Holding, Zürich, ein. Die Schweizer vollendeten die an der Autobahn Frankfurt–Wiesbaden auf der grünen Wiese geplante Einkaufsstadt.

Auf einer Fläche von 260 000 Quadratmetern wurden 40 000 Quadratmeter mit Läden bebaut. 70 Einzelhandelsgeschäfte warteten auf Kunden, für die über dreitausend Parkplätze gratis bereitgestellt worden waren.

Ein gewaltiger Ansturm setzte ein. Doch nachdem die erste Neugier befriedigt war, flaute das Interesse ab. Schon frohlockten die Kritiker: Ein Einkaufszentrum nach dem Vorbild USA wäre eben doch nichts für die Bundesrepublik. Sie hatten sich zu früh gefreut.

Im ersten Rumpfjahr wurde ein Umsatz von 81,4 Millionen Mark erzielt. Im zweiten Jahr stieg er auf 110 Millionen Mark und 1966, als der gesamte deutsche Einzelhandel nur ein Umsatzplus von vier Prozent verbuchte, stiegen die Einnahmen im Main-Taunus-Zentrum um 21 Prozent auf 135 Millionen Mark

Stolz verkündete die Intershop daß die gute Entwicklung im ersten Quartal 1967 angehalten hat Während der gesamte deutsche Einzelhandel nur eine Umsatzerhöhung von zwei Prozent gegenuber dem ersten Vierteljahr 1966 erzielte, erreichte das Einkaufszentrum 13,5 Prozent

Das Gedeihen der Laden an der Autobahn wurde durch zwei Faktoren begünstigt die Einwohnerzahl Frankfurts nimmt ab, weil viele Städter in die grüne Umgebung – und damit in die Nachbarschaft des Einkaufszentrums – drangen; in Frankfurt wird eine U-Bahn gebaut, das halt – viele Käufer davon ab, wie nihil zum Einkaufsbummel in die City zu fahren. bo