Die Hintergründe, die zur Niederlage der deutschen Daviscup-Mannschaft am letzten Wochenende auf dem Center-Court des Düsseldorfer Rochus-Klubs gegen die Sowjetrussen führten, fordern eine Stellungnahme über die Situation im heutigen Tennis heraus. Man stelle sich vor: Die Repräsentanten einer „alten Tennisnation“, die Spieler vom Range eines Froitzheim, Kreuzer, v. Cramm und Henner Henkel hervorbrachte, verliert gegen die Sowjetrussen, die noch vor wenigen Jahren Tennis fast nur vom Hörensagen kannten.

Gewiß – Buding und Bungert wehrten sich tapfer; ein vierter Tag war nötig, um, die Dramatik auf die Spitze treibend, den Kampf zu entscheiden. Wieder einmal spielte Wilhelm Bungert, zwischen Traumschlägen und Anfängerfehlern hin und her taumelnd, auf den Nerven der deutschen Zuschauer herum, bis endlich der kleine Georgier Metreweli den entscheidenden Matchball in das Feld des Deutschen peitschte und damit dem aufregenden Tun ein Ende setzte.

Gewiß – gar so überraschend kam der Triumph der Russen für die Eingeweihten nicht, hatte doch das russische Doppel schon im vorigen Jahr einmal die Australier Emerson/Stolle bezwungen und Metreweli selbst schon durch einige Siege auf sich aufmerksam gemacht.

Was aber die Niederlage so ärgerlich macht, ist die Tatsache, daß die beiden Deutschen, Bungert und Buding, ungenügend vorbereitet in dieses schwere Match gingen. Beide hatten nur wenig trainiert, selbst in den beiden Wochen vor dem Kampf nur ein bis zwei Stunden am Tag, statt drei und vier, und beide hatten vorher kaum an Turnieren teilgenommen.

Erst die Geschäfte...