Franz Josef Strauß hat für seine Reaktion auf die Kritik Professor Heinz Nordhoffs an der Bonner Wirtschafts- und Finanzpolitik Beifall verdient. Wer, wie der Chef des Volkswagenwerks, für einen steuerfreien Betrag beim Kauf von Kraftfahrzeugen plädiert, muß sich die Antwort gefallen lassen, daß dann auch die Textilindustrie schon vor Jahren die gleiche Begünstigung beim Kauf ihrer Erzeugnisse hätte verlangen können. Mehr noch: hier handelt es sich um die Strukturkrise einer ganzen Branche, was man von der Kraftfahrzeugindustrie nicht sagen kann.

Der erste Mann von Deutschlands größtem Industrieunternehmen wird sich von einer anderen Feststellung des Finanzministers noch mehr getroffen fühlen: „Wenn man jahrelang eine Monopolstellung innehat, dann muß man auch die besten Köpfe der Welt in die Entwicklung stecken, um einen Mittelklassewagen herauszubringen, der in Komfort und Leistung an der Spitze steht, nicht aber erst dann, wenn der Mittelwagenmarkt bereits von den Amerikanern (Ford und Opel) und anderen abgemolken worden ist.“

Was Strauß offen aussprach, haben sich in den letzten Jahren schon viele Unternehmer und auch Arbeitnehmer gefragt. Vielleicht ist es nützlich, daß auch dies die Herren in Wolfsburg zur Kenntnis nehmen. ks.