Der Bruch in der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands ist seit Beginn dieser Woche vollkommen. In Bremen ließ der aus der NPD ausgetretene Bundesvorsitzende Friedrich Thielen eine nationalkonservative Partei in das Vereinsregister eintragen. Ihr Name: Nationale Volkspartei. Währenddessen versuchte sein Hauptgegner, der stellvertretende Bundesvorsitzende Adolf von Thadden, in Nürnberg einen außerordentlichen NPD-Parteitag zu arrangieren, auf dem der Vorstand neu gewählt werden sollte. Die NPD-Spitze mußte in die Franken-Stadt ausweichen, nachdem Wiesbaden den Vertrag für die Benutzung ihrer Stadthalle Tom Gericht für ungültig erklären ließ. Aber auch Nürnberg stemmte sich gegen den Parteitag.

Thielen rechnet damit, daß mindestens 5000 NPD-Mitglieder zu ihm abwandern. Er will sich mit seiner neuen Partei am 1. Oktober an der Bremer Bürgerschaftswahl beteiigen. Erst dann soll ein NVP-Programm verkündet werden.

In einem Rundbrief an seine alten Parteifreunde ging Thielen mit Thadden hart ins Gericht. Der Rechts-Baron sei der Anführer einer politischen Räuberbande“, er lüge und betrüge; auch habe er Parteigelder mißbräuchlich verwendet. Thaddens Reaktion: „Alles dummes Zeug. Jetzt ist es endgültig aus. Herr Thielen ist ja nicht mehr fähig, gegenüber der NPD eine politische Aussage differenziert zu formulieren.“