Der britische Premierminister Harold Wilson ersuchte das Unterhaus um rückhaltlose Unterstützung für den Londoner Aufnahmeantrag bei der EWG. Zwischen Frankreich und der Bundesrepublik kam es zu einer neuen Verstimmung wegen der reduzierten Bonner „Transall“-Kaufpläne. In Paris traten die Generalstabschefs der NATO-Länder zu einer Überprüfung der Atlantikpakt-Strategie zusammen. Das Straßburger Europa-Parlament machte Griechenland auf den möglichen Verlust seines „Assoziierungs-Status“ aufmerksam.

Abschied und Ankunft

Der letzte Sowjet-Korrespondent wurde wegen „Verleumdung Mao Tsetungs und der Kulturrevolution“ aus Peking ausgewiesen. Peking dementierte alle Meldungen über wirtschaftliche und politische Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik und China. In Stockholm ging das von Bertrand Russell angeregte Vietnam-Tribunal zwei Tage früher als geplant zu Ende. Bei der Präsidentschaftswahl in Korea wurde der bisherige Staatschef Park wiedergewählt. Indien wählte mit Dr. Husain erstmals einen Moslem zum Staatspräsidenten. Bundesaußenminister Willy Brandt traf zu einem Besuch in Japan ein. Der äthiopische Kaiser Heile Selassi besuchte das Grab Adenauers. Der türkische Ministerpräsident Suleyman Demirel traf zu Gesprächen mit der Bundesregierung in Bonn ein.

Parteien und Posten

Bei den schottischen Kommunalwahlen setzten sich die Verluste der Labour-Party fort. Der NPD-Bundesvorsitzende Fritz Thielen trennte sich von seiner Partei und gründete eine „Nationale Volkspartei“. Unter den Namensvorschlägen für das künftige CDU-Präsidium erschien Hans-Christoph Seebohm als Kandidat für den Posten des Bundes-Schatzmeisters.

Priester und Papst

Im Ruhrgebiet übten 19 katholische Geistliche in einem offenen Brief Kritik an der unnachgiebigen Haltung der katholischen Bischöfe in der Schulfrage. Ruhr-Bischof Franz Hengsbach tadelte die gegen die katholische Schulpolitik opponierenden Priester und Professoren. Papst Paul VI. kündigte für den Pfingst-Samstag eine Pilgerfahrt nach Fatima in Portugal an.