Hat es jemals einen Menschen gegeben, der berechtigt gewesen wäre, über das Leben eines anderen abzuurteilen? Wilhelm Raabe

Preise, Preise

Der allfrühjährliche Preissegen hat wieder eingesetzt: In Lugano wurde der, quasi dreisprachige, Charles-Veillon-Preis für Literatur Jörg Steiner (Schweiz), Alberto Vigevani (Frankreich) und Anne Perry (Frankreich) verliehen; aus Frankfurt kommt die Kunde, daß der diesjährige, mit 50 000 Mark dotierte Goethe-Preis am 28. August Professor Carlo Schmid überreicht werden soll; in Köln wurden im Verlauf der Frühjahrssitzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung der Germanistik-Preis dem Edinburgher Professor Eudo G. Mason und der Übersetzerpreis Karl Dedecius und dem Polen Witold Wirpsza übergeben.

Bolschoi-Ballett in Deutschland

Mit 120 Tänzerinnen und Tänzern, darunter Maja Plissetzkaja, Jekaterina Maximowa, Rimma Kareiskaja, Maja Samochwalowa, Nikolai Fadejetschew, Wladimir Wassiliew, gastiert das Bolschoi-Ballett vom 20. bis 22. Mai 1967 in Köln (Opernhaus), vom 24. bis 26. Mai 1967 in Wiesbaden (Hessisches Staatstheater) und vom 28. bis 30. Mai 1967 in München (Bayerische Staatsoper). Auf dem Programm stehen Tschaikowskijs „Schwanensee“ ,Minkus’ „Don Quichotte“ und ein Gala-Programm.

Wilhelm Lehmann zu Ehren

Dem Dichter Wilhelm Lehmann, der am 4. Mai seinen 85. Geburtstag feierte, widmet das Schiller-Nationalmuseum in Marbach seine jüngste Ausstellung. In einer großen Vitrine sind alle Manuskripte einer frühen Erzählung und der letzten Gedichtbände „Abschiedslust“ (1962) und „Sichtbare Zeit“ (1967) ausgestellt. Das lyrische, essayistische, erzählerische Werk ist in einigen seltenen Stücken dokumentiert, darunter als Unikum der Fahnenabzug seines ersten Gedichtbandes (1935 im Widerstandsverlag Berlin erschienen), der ursprünglich den Titel „Der Schlafapfel und andere Gedichte“ tragen sollte, auf den Rat des damaligen Lektors Alexander Mitscherlich aber in „Antwort des Schweigens“ umbenannt wurde. Der kleine, aber bedeutsame Freundeskreis erscheint in Briefen Moritz Heimanns, des Malers Max Beckmann und Elisabeth Langgässers; Widmungsexemplare Oskar Loerkes liegen neben dem „Grünen Gott“, den Lehmann ihm postum zueignete. Ein Porträtbild, seltene Photos und der Bericht eines englischen Dichters, der Lehmann 1945 besuchte, runden die Ausstellung ab.