Unser Kritiker sah:

HALBWEGS AUF DEM BAUM

Komödie von Peter Ustinov

Schloßpark-Theater, Berlin

Eine Uraufführung von Peter Ustinov in Berlin, inszeniert von Boleslaw Barlog – diese Attraktion setzte einen Abend lang sogar das gleichzeitig stattfindende „Berliner Theatertreffen 1967“, den Festwochenvorgriff, außer Kurs.

Das Thema dieser neuen Komödie ist brisant: der Generationenkonflikt, gezeigt in einer brandaktuellen Erscheinung. Im großbürgerlichen Salon von Lady Fitzbuttress lümmeln sich deren Kinder als Beatniks: Judy ist hochschwanger und weiß nicht, von wem, Robert trägt eine lange Mähne, riecht ziemlich unappetitlich und bringt eine „Geliebte“ mit, die wie ein Hermaphrodit wirkt, mit Baßstimme – die Mutter ist verzweifelt, aber machtlos.

Nicht so der Vater. Als britischer General hat er vier Jahre in einem Kolonialkrieg verplempert. Jetzt kehrt er heim, erwartet seine Pensionierung, sieht das häusliche Chaos und nimmt sich die jungen Leute vor: Er kommt ihnen mit ihren eigenen Argumenten, die die Kinder unsicher machen. Dann probiert der General die Lebensweise der Beatniks selber aus und wird – zum Unterschied von den ziellosen Anarchisten – zu einer gesellschaftskritischen Figur, zu einem Menschen in Freiheit, mit dem Stehvermögen eines Kolonialoffiziers.