Die Kämpfe in Südvietnam waren in diesem Monat heftiger und blutiger denn je. Allein in der ersten Mai-Woche wurden über 2000 amerikanische und über 500 alliierte Soldaten getötet oder verwundet, noch höher sollen die Verluste der Vietcong gewesen sein. Immer häufiger werden amerikanische Stützpunkte mit Mörser oder Raketen überfallen.

Die amerikanische Armee hat letzte Woche auch die Verantwortung für das sogenannte Pazifizierungsprogramm übernommen. Damit wurden Botschafter Bunkers Kompetenzen weiter beschnitten. Auch die Führung des „anderen Krieges“ geht an die Militärs über.

Der chinesische Ministerpräsident Tschu En-lai hat in einem Gespräch, das der Interviewte inzwischen dementierte, der Interviewer jedoch bestätigte abermals mit einer Intervention Chinas gedroht, falls amerikanische Truppen nach Nordvietnam einmarschieren würden. Als weiteren Grund für einen Kriegseintritt Chinas nannte er einen „faulen Frieden“, der Nordvietnam von Amerika und der Sowjetunion auferlegt werden könnte.

In der Substanz ging Tschu’s Drohung nicht über die vielen ähnlich lautenden Erklärungen der letzten Jahre hinaus. Auch das Angebot chinesischer Freiwilliger ist nicht neu. Bislang hat Nordvietnam davon keinen Gebrauch gemacht.

Bedeutsamer erscheint die Eröffnung einer neuen Nachschubroute Wladiwostok–Haiphong. Auf diesem Seeweg gab es vorige Woche zwei Zusammenstöße zwischen sowjetischen und amerikanischen Kriegsschiffen.