Die amerikanische Luftwaffe hat den kostspieligsten Auftrag in der Geschichte der Datenverarbeitung an IBM vergeben. IBM soll 100 bis 160 Computer für amerikanische Luftwaffenbasen überall in der Welt liefern. Wert des Auftrages: rund 400 Millionen Mark. Neben IBM hatten sich RCA, Burroughs und Honeywell um das Mammutgeschäft bemüht.

Gleichzeitig beauftragte das Pentagon Burroughs mit der Vollendung eines Computers (Illiac IV), der 500- bis 700mal schneller rechnet als alle bekannten Geräte. Das Pentagon hat in diese Entwicklung bereits 72 Millionen investiert und gab nun noch einmal 40 Millionen Mark. Der Illiac IV soll in zwei Jahren serienreif sein und jedes militärische Problem innerhalb von Sekunden lösen können.

Bisher wurden Computer nur für Versorgung, Personal und Finanzen eingesetzt. Mitte der siebziger Jahre werden sie nach Ansicht des Militärs für jeden Soldaten so wichtig sein wie das Gewehr.

Für das nächste Jahrzehnt planen die Amerikaner nach Angabe des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Business Week den kleinen tragbaren Frontcomputer und Großanlagen, die Marine, Luftwaffe und Heer taktisch informieren und die Aktionen abstimmen sollen.

Die Frontcomputer sind mit Transistoren gebaut und unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Hitze. Die Kampfeinheiten rufen mit ihnen Feuerunterstützung und Verstärkung herbei. Die bedeutendste Entwicklung ist das Projekt Mallard. Es soll bis 1975 einsatzbereit sein und die Vollendung der neuen Computer-Taktik bringen. Mallard wird als Grundlage für die taktischen Operationen der Landheere Kanadas, Australiens und Amerikas dienen. Die Anlagen nehmen die Daten aller anderen Systeme auf und sollen auch die Signale von Satelliten einbeziehen. In den nächsten zwei Jahren will das Pentagon rund 80 Millionen Mark in dieses Projekt investieren. Geschätzte Gesamtkosten laut Business Week: 4 Milliarden.

Das TOS-System soll bereits in diesem Sommer von der 7. Armee in Europa erprobt werden. Es sind zentrale Computer für Korps, Divisionen und Bataillone. Sie informieren über die eigenen Einheiten, fremde Truppenbewegungen, Straßennetz und Hindernisse.

Tacfire ist eine mittlere Anlage für die Artillerie. Frontbeobachter geben drahtlose Berichte an den Computer im Hinterland. Dieser überträgt sekundenschnell die Angaben auf eine Landkarte und befiehlt, welche Geschütze Feuerunterstützung zu geben haben. Um den Auftrag (2 Milliarden Mark) bewerben sich IBM, Bourroughs und Litton.

Flotte und Luftwaffe arbeiten schon seit einiger Zeit in Vietnam mit taktischen Computern. Ab Herbst dieses Jahres sollen Computer an Bord der Flugzeugträger die vollautomatische Landung der Jäger unter allen Wetterbedingungen ermöglichen. rod.