Wie sich Engländer, Amerikaner, Deutsche und Kubaner sehen oder in Kanada gesehen werden möchten – expo 67 (II)

Von Rudolf W. Leonhardt

Als die „großen Fünf“ der expo 67 galten die USA, die Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und das Gastgeberland Kanada.

Unbestreitbar ist die Vorrangstellung der „großen Zwei“. Durch einen etwa hundert Meter breiten Kanal voneinander getrennt, durch eine „Friedensbrücke“ miteinander verbunden, liegen sie einander gegenüber: die „Himmelsblase“, die „Wolkenkratzerkugel“ der Amerikaner und der von einem geschwungenen Sprungschanzendach gekrönte Glasquader der Sowjetunion.

Vor beiden müssen die Besucher oft anstehen. In beide werden sie schließlich mit Hilfe hoher Rolltreppen hineinbefördert. In beiden spielen der Weltraum und die Weltraumschiffahrt verständlicherweise eine große Rolle – stellen die einen Alan B. Sheppards „Freedom 7“ aus, so die anderen Jurij Gagarins „Wostok 1“.

Damit hören die Ähnlichkeiten dann allerdings auch vollkommen auf.

Die Amerikaner liefern zwei ernsthafte Beiträge: den Pavillonbau selber und die Weltraumetage. Der Rest ist glänzendes show business und funkelnde Selbstironie. Ins Auge fallen vor allem Riesenphotos von Filmstars, durch Glühbirnenketten illuminiert; von der Minirail aus, die mitten durch den amerikanischen Pavillon hindurchfährt, sieht man als erstes Clark Gable überlebensgroß. In die Hollywood-Szenerie eingestreut sind Requisiten aus Hollywood-Filmen wie der Rennwagen des Ben Hur oder die Couch der Marilyn Monroe.