Man ist versucht, die Geschichte von dem Hund, dem der Schwanz stückchenweise kupiert wurde, damit es ihm nicht so weh tue, auf den Diskontsatz anzuwenden, der seit Jahresbeginn viermal um je ein halbes Prozent gesenkt wurde, könnte die Bundesbank ihre Politik nicht mit dem Hinweis auf das hohe internationale Zinsniveau verteidigen. Eine schnellere Zinssenkung – von Wirtschaftsminister Schiller stets gewünscht – hätte möglicherweise das Geld ins Ausland treiben können, das die Inlandskonjunktur anheizen sollte.

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Bonn und Frankfurt sollten jetzt beendet sein, denn der Diskont ist wieder dort, wo er vor der Restriktionspolitik Karl Blessings war – bei drei Prozent. Eine weitere Senkung ist kaum noch möglich, jedenfalls nicht mehr in einem Umfang, der zusätzliche Konjunkturimpulse auslösen kannte. Die Bundesbank sollte nun aber auch klar und deutlich feststellen, daß eine weitere Zurückhaltung bei Investitionsvorhaben keinen Sinn mehr hat.

Sollte der erhoffte Effekt auch jetzt noch ausbleiben, bliebe nur eine weitere Freigabe der eingefrorenen Mindestreserven, um das Kapitalangebot zu erhöhen. Mehr kann die Bundesbank nicht tun. mh.