Soll man über „Katzenbergers Adler“ schreiben? Er ist bekannt in Baden und weit darüber hinaus. Wer allerdings kein Gourmet ist, der sollte besser wegbleiben. Dort muß man Zeit und Muße haben. Denn Rudolf Katzenberger, Wirt und Koch in einer Person, erwartet von seinen Gästen genau so viel Geduld, wie er selbst bei der Zubereitung der Speisen hat.

Rudolf Katzenberger führt das Haus in der fünften Generation. Der „Adler“ feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. Das Haus, in dem man ihn findet, wurde im vorigen Jahr – am 10. August – 260 Jahre alt. Das kleine Hotel – sechs Doppelzimmer und drei Einzelzimmer – ist sehr einfach. Mit Geschick und Mühe hat man fließendes Wasser (kalt und warm) und eine Heizung in dem alten Gebäude einbauen können. Auf Dusche oder Bad muß man noch heute verzichten. Für einen längeren Aufenthalt eignet sich das Hotel deshalb nicht. Wer aber einmal in Schwarzwälder Bauern-Barock-Betten schlafen will und ein Schwarzwälder Frühstück genießen, der kommt auf seine Kosten. Und die sind gering.

Die Preise: Im Inklusiv-Preis von 16 Mark pro Bett sind alle Nebenkosten, die Bedienung und das. Frühstück eingeschlossen.

Der größte Genuß wird das Abendessen sein. Ich empfehle: „Katzenbergers bedeckte Schüssel.“ Der Inhalt der Schüssel und der Preis wechseln täglich. Außer dem Preis gibt es auf der Speisekarte nur die Bitte: „Haben Sie Vertrauen!“ Man kann immer Vertrauen haben. Und zum Nachtisch empfehle ich: Je nach Hauptgericht „Adlerwirts-Kirschwasser-Bömble“ (ein Rahm-Parfait) oder ein Tannenhonig-Parfait.

Der Umweg: Von der Autobahn Frankfurt–Karlsruhe–Basel Abfahrt Rastatt – Richtung Rastatt und Freiburg (Durchgangsstraße B 3) – sofort hinter der Murg-Brücke Haarnadelkurve nach links – hinter dem unübersehbaren „Friedrichsbad“ beginnt die Murgtalstraße – insgesamt: 5,1 Kilometer.