Von Werner Höfer

Politische Entscheidungen fallen nicht am Rednerpult, sondern in Gesprächen, in Sitzungen ...“

Mit diesem Lehrsatz reagiert Josef Hermann Dufhues auf die Feststellung, er sei auf dem Podium des Düsseldorfer Landtages ein seltener Gast, und mit dieser Anmerkung analysiert der mächtige, aber unauffällig wirkende Mann zugleich den Stil seiner Arbeit so zutreffend, daß selbst seine Kritiker dem nicht widersprechen können. Was den Verzicht auf spektakuläre Selbstinszenierung und oratorische Bravourarien angeht, gehört der Vorsitzende des Landesverbandes Westfalen-Lippe der CDU sogar zu den Stillen im Lande.

Josef Hermann Dufhues macht zwar in diesen Tagen nicht die Schlagzeilen über jene Meldungen vom bevorstehenden Braunschweiger CDU-Parteitag. Aber es gibt kaum eine Nachricht, die ihn unerwähnt läßt. Unter den vier gleichberechtigten, vom Parteipräsidium vorgeschlagenen Stellvertretern des Bundesvorsitzenden sind seine Chancen, gewählt zu werden, durchaus solide. Außer seinem persönlichen Prestige hat er auch sonst noch einiges hinter sich: seine Westfalen.

„Wer ist der größte im ganzen Land, Herr Dufhues: der westfälische oder der rheinische CDU-Verband?“

Nach dem Vorbehalt, daß es möglicherweise unterschiedliche Methoden der Zählung und der Nennung gibt, räumt er ein, daß die Rheinländer den Westfalen um einige Nasenlängen voraus seien, wenngleich in Westfalen der CDU-Anteil an der Gesamtbevölkerung größer sei als im Rheinland.

„Ihre rheinischen Freunde haben einen Zusammenschluß der beiden Landesverbände angeregt, nicht zuletzt aus der Überlegung heraus, daß diese rheinisch-westfälische Gruppierung stärker sei als die bayerische CSU.“