Von Heinz Michaels

Die Amerikaner sind davon überzeugt: Die rund 1,2 Milliarden Dollar, die ihre Regierung aus Steuermitteln für die Entwicklung des Überschall-Verkehrsflugzeuges ausgeben wird, sind gut angelegt.

Die Boeing-Company, der Welt größte Flugzeugfirma, wird an die Regierung für jedes Überschallflugzeug, das sie verkauft, eine Ertragsbeteiligung abführen. Sind 300 Flugzeuge verkauft, so hat die Regierung ihr Geld wieder; jeder weitere Verkauf bringt Gewinn.

Für 114 Flugzeuge gibt es schon heute Kauf Interessenten, die ihr Interesse sogar in harten Dollars bekunden mußten, obwohl die Flugzeuge kaum vor 1974 geliefert werden können. Doch Boeing hofft, in den nächsten zwei Jahrzehnten mindestens 700 Überschallflugzeuge abzusetzen.

Amerikas Flugzeugindustrie wird dann der größte Devisenbringer der USA sein. Sogar in den nächsten fünf Jahren werden die Amerikaner schon für sechs Milliarden Dollar Verkehrsflugzeuge im Ausland absetzen, schätzt die Washingtoner Export-Import Bank.

Die Zukunft der Luftfahrt hat gerade, erst begonnen. 1970 werden voraussichtlich 4000 Düsenverkehrsflugzeuge ständig unterwegs sein – mehr als doppelt soviel wie heute. Bis 1975 dürften noch einmal 1500 Maschinen hinzukommen. Alle 51 Sekunden wird dann irgendwo in der Welt ein Großflugzeug mit rund 400 Passagieren starten, und alle drei Minuten ein Überschallflugzeug.

Was hat nun die Bundesrepublik Deutschland auf diesem explosionsartig wachsenden Markt zu bieten? Ist die drittgrößte Industrienation gerüstet für die Herausforderung, der sie sich hier gegenübersieht?