1. Die Flugzeugindustrie soll sich zusammenschließen und rationalisieren;

2. Die Firmen sollen sich im zivilen Flugzeugbau betätigen und möglichst auch eine Fertigung außerhalb der Luftfahrt aufbauen.

Um diese beiden Punkte geht die Diskussion heute noch; und um die Frage, ob die Bundesregierung sich nun endlich entschließt, ein klares Programm für eine deutsche Luftfahrtindustrie aufzustellen.

Es zeigte sich jedenfalls bald, daß die Bundesregierung damals außer den guten Ratschlägen nichts zu bieten hatte. So wurde denn auch wieder eine Chance verpaßt, nach dem der Wiederaufbau schon ohne Konzept erfolgt war.

Als die Hamburger Flugzeugbau GmbH 1960 den Entwurf für ein Düsenverkehrsflugzeug, die HFB 314, vorlegte und beim Bundeswirtschaftsministerium wegen finanzieller Förderung des Projekts anklopfte, lehnte Minister Ludwig Erhard kühl ab. Eine staatliche Unterstützung eines solchen Projekts paßte nicht in das Erhard’sche Marktwirtschafts-Konzept. Die Hamburger Firma wiederum war nicht kapitalkräftig genug, die 55 Millionen aufzubringen, auf die sie damals die Entwicklungskosten schätzte. Es wären bestimmt mehr geworden.

Vier Jahre später meinte Lufthansa-Chef Bongers bedauernd, daß dieses nicht gebaute Flugzeug, für etwa 60 Passagiere, für die deutsche Fluggesellschaft gerade richtig gewesen wäre. Doch die Lufthansa mußte auch die dritte Jet-Generation, die Kurzstreckenflugzeuge, in Amerika bei Boeing kaufen. Mitte der sechziger Jahre hätte eine HFB 314 sicher eine gute Chance auf dem Weltmarkt gehabt...

Erst 1963 kam das Förderprogramm der Bundesregierung für den zivilen Flugzeugbau mit 50 Millionen Mark im Jahr. Doch nicht einmal diese Summe konnte die Luftfahrtindustrie in den nächsten Jahren verbauen.