Es war nicht unbedingt das, was man hören wollte, als der prominente Festredner der diesjährigen Mitgliederversammlung der Wirtschaftsvereinigung Eisen und Stahl die Bosse der deutschen Schwerindustrie daran erinnerte, daß der Staat nunmehr das Seine getan habe und es jetzt Sache der Unternehmen sei, ihren eigenen „Aufschwung nach Maß“ zu betreiben. Die schwierigsten Wettbewerbsverzerrungen seien beseitigt, meinte Bundeswirtschaftminister Schiller, und versagte sich auch nicht einige Anmerkungen, die sicherlich ernster gemeint waren, als sie nach ihren blumigen Formulierungen zunächst vermuten ließen.

Auch mit den vier Walzstahlkontoren ist nach Schillers Meinung noch nicht der Stein der Weisen gefunden. Die eigentliche Lösung könne nur in einer echten Fusion zur optimalen Unternehmensgröße liegen. Aus den Walzstahl-Kontoren darf „keine permanente Krankenkasse“ werden; nur als „Trainingszentren für neue leistungsfähige Stahlteams“ seien sie zu vertreten.

Und damit dürfte Karl Schiller wohl Recht haben. nmn.