Im Sommer reisen wieder Tausende Amerikaner nach Rußland. Der Regierung ist diese Reiselust nicht geheuer. Sie warnt vor drohenden Fährnissen, verteilt Aufklärungslektüre, führt in Spionagemethoden ein.

Das State Department weist auf die Vorliebe der Russen hin, Touristen gegen einsitzende Sowjetspione auszutauschen, und empfiehlt dringend die sowjetischen Zoll- und Devisenvorschriften zu beachten, nur ausgearbeiteten Reiserouten zu folgen und mit Vorsicht zu photographieren. Keineswegs sollte man von Privatpersonen Rubel kaufen (Agenten).

Souvenirs aus Hotels mitzunehmen, Briefe und Päckchen für andere zu befördern und religiöse Gegenstände oder Bücher zu verschenken, sind gefährliche Belanglosigkeiten. Laut State Department arbeiten unzählige Geheimagenten in Hotels, Restaurants, öffentlichen Gebäuden, in Flugzeugen und Zügen sowie in Bussen und auf Schiffen. Ihnen ist jeder Tourist verdächtig.

Schließlich verrät das State Department noch die beliebtesten Überwachungsmethoden des russischen Geheimdienstes: Versteckte Mikrophone, Spiegel mit Durchsicht von hinten, als Fernsehgeräte getarnte Filmkameras und Infrarotanlagen zur Beobachtung in dunklen Hotelzimmern. Winzige Radiosender an Touristenautos verraten den Standort des Fahrzeuges – namentlich in militärischen Sperrzonen. An den Schuhen der Urlauber schließlich klebt Neptun 90. Ein intensiver Duftstoff, der von Hunden verfolgt werden kann. rod.