Mit Mao Tse-tungs Parolen auf den Lippen, stürmten jugendliche Demonstranten durch die Straßen Hongkongs.

Die britische Kronkolonie erlebte einen Anflug von Revolutionsfieber im Stil der „Roten Garden“. Die Krawalle hatten in einer Fabrik für Plastik-Blumen begonnen, aus der streikende Arbeiter ausgeschlossen worden waren.

Am vorigen Sonntag schaltete sich China offiziell in die Ereignisse ein. Peking präsentierte England eine ultimative Fünf-Punkte-Erklärung. Danach sollen die britischen Behörden „sofort alle gerechten Forderungen der chinesischen Arbeiter in Hongkong erfüllen“.

Man fragt sich in Hongkong, ob Peking den Status der Kronkolonie gewaltsam ändern wolle. Dagegen spricht, daß China seine Erklärung an die britischen Behörden Hongkongs richtete, ohne deren Verbleiben in Frage zu stellen.

Der kommunistischen Presse in Hong kong aber war die „Kollaboration der Engländer mit den amerikanischen Imperialisten“ schon lange ein Dorn im Auge. Tatsächlich wuchsen die Exporte des Hafens nach Saigon in letzten Jahr um etwa 200 Prozent. Und das riesige US-Generalkonsulat ist gespickt mit professionellen „China-Beobachtern“.