Es geschah vor Jahresfrist: Die Ein- wohner des kleinen Murgtalstädtchens Gernsbach im Nordschwarzwald rieben sich noch verschlafen die Augen, als sie eine ungewöhnliche Wandergruppe erspähten. Mit Spazierstöcken bewaffnet strebten französische, deutsche, britische, amerikanische und kanadische Offiziere einsamen Schwarzwaldhöhen zu. Die Kolonne wurde durch den 1 90 Meter großen General Jacques Massu angeführt, der gerade das Oberkommando der französischen DeutschlandArmee übernommen hatte. Die Wanderung durch den Schwarzwald erfolgte zu einem Zeitpunkt, als das Klima im NATO Hauptquartier Fontainebleau mehr als eisig war. Im Schwarzwald indes übten sich Franzosen und Deutsche, US Amerikaner und Kanadier in Geographie und Konversation.

Der "Club der Donnerstagsmarschierer", wie sich diese Institution nennt, die von französischen Offizieren aus Baden Baden gegründet wurde, will nicht allein die Schönheiten der Umgebung erforschen. General Thoux, Stellvertreter des Fallschirmjägers Massu: "Wir wollen Verständigung mit den Beinen demonstrieren Nachdem der Club lange Zeit nur Militärs vereinigte, will man jetzt auch die mittelbadische Bevölkerung zu gemeinsamem sportlichem Tun aufrufen. Sie soll zusammen mit den NATO Soldaten am letzten Sonntag in Chai einen Baden Badener Hausberg umrunden. Als Lohn erhalten die Teilnehmer eine Urkunde mit der Unterschrift General Massus.

Freundschaftsbemühungen, die seit dem Amtsantritt General Massus in die französischen Kasernen verstärkt eingezogen sind. Der lange Franzose selbst läßt keine Gelegenheit aus, um sich mit der deutschen Nachbarschaft zu unterhalten. In freien Mußestunden büffelt er deutsche Vokabeln, und mit deutschen Reitern durchstreift er die Umgebung. Jetzt nun ergreift er den Wanderstock zum Wohle zwischenmenschlicher und zwischenstaatlicher Beziehungen.

Der Donnerstagsmarsch ist Teil der