Von Rudolf Walter Leonhardt

Sich vom einen Pavillon zum anderen vor-, durch einen Pavillon nach dem anderen hindurchzuarbeiten, ist ein ebenso lustiger wie lehrreicher wie ermüdender Zeitvertreib.

Doch gerade, wer (wie ich) davon überzeugt ist, daß expo 67 viel mehr bedeutet als die Summe seiner Teile, tut wohl daran, so lange wie möglich bei den Teilen, beim Detail zu verharren, in dem der liebe Gott steckt.

Viele Leute waren, aus den verschiedensten Gründen, entsetzt, als sie hörten, der sowjetische und der italienische Pavillon seien von der gleichen italienischen Firma gebaut worden und einander ganz ähnlich.

Die Ähnlichkeit ist jedoch rein äußerlich.

Es ist nicht zu übersehen, daß die Sowjets seit den Ausstellungen von Brüssel (1958) und gar von Paris (1937) viel dazugelernt haben.

Natürlich lassen sie es sich nicht nehmen, das Thema "Terre des hommes" zu übersetzen mit: Der glückliche Sowjetmensch in der friedfertigen Sowjetwelt. Gewiß auch hat alles, was da gezeigt wird, einen Drang zum Monumentalen. Aber wenn man dem gigantischen Hammermädchen in der Sichel, einer Metallplastik vor dem Eingang, erst einmal entronnen ist, hat man das Schlimmste hinter sich.