Der Zeitschriftentod geht um. Gleich drei Publikationen fielen ihm in Wochenfrist zum Opfer. In München verschied der ehrwürdige Simplicissimus nach langem Leiden. In Berlin verendete die „Laus in Springers Pelz“, das Extra-Blatt, nur ein paar Wochen alt. Und in Hamburg erschien Deutsches Panorama vorerst zum letzten Mal.

Dem „Simpl“ wurde der Stil der neuen Zeit zum Verhängnis. Wo Humor als antiquiert gilt, konnte er nicht mehr viel ausrichten. Das „Extra-Blatt“ war eine Notgeburt. Eine Gruppe junger, idealistischer und oppositionslustiger Journalisten versuchte, ohne Geld und Routine eine Zeitung zu machen, nachdem sie erst an Augsteins ambitioniertem Berliner Projekt „Heute“ experimentiert hatten. Ohne Geld und Routine, im Do-ityour-self-Verfahren: Der Mißerfolg blieb nicht aus.

Überraschender für den Uneingeweihten kommt das Ende von „Deutsches Panorama“. Wohl in kaum ein Zeitschriftenprojekt ist seit den Gründerjahren der Nachkriegszeit soviel Engagement und Hoffnung investiert worden. „Panorama“ sollte das Forum der radikal-liberalen Linken werden. Doch der Nonkonformismus reichte nicht aus. Die Marktlücke, die Gerd von Paczensky und seine Mitarbeiter erspäht zu haben glaubten, war zu klein. Die finanzielle Kraft der Herausgeber war zu schwach, die Bresche größer zu schlagen. K. H.