Der Elektrokardiograph (EKG), mit dem Herzkrankheiten diagnostiziert werden, soll in Kürze Konkurrenz durch den Magnetokardiographen bekommen. Schon seit Jahrzehnten hatten Ärzte vermutet, daß die elektrischen Aktionsströme, die ein schlagendes Menschenherz erzeugt und die den Körper durchpulsen, von fluktuierenden magnetischen Feldern begleitet sein müßten. Es gelang jedoch den Amerikanern G. M. Baule und R. McFee erst 1965 und den Russen Y. D. Safonov und V. B. Poobeh 1966, diese magnetischen Felder außerhalb des menschlichen Körpers zu registrieren. Das späte Datum dieser Entdeckung verwundert nicht, wenn man erfährt, daß der Herzmagnetismus etwa zehnmillionenmal schwächer ist als das ohnehin schon sehr schwache Erdmagnetfeld. Mit Hilfe einiger technischer Raffinessen entwickelte jetzt Dr. David Cohen an der Universität von Illinois in Chikago ein für die Krankenhauspraxis brauchbares Gerät. Es bleibt indessen abzuwarten, ob Ärzte aus den magnetischen Kurven mehr über Herzfehler herauslesen können werden als aus den Herzstromkurven des EKG. V. D.