Die Bundesrepublik ist im Osthandel trotz aller Anstrengungen Englands, Italiens und Frankreichs immer noch führend. Das Handelsvolumen aller EWG-Länder zusammen erreichte 1966 über 14 Milliarden Mark (das entspricht dem Außenhandelsvolumen der Gemeinschaft mit der Schweiz). Die Hälfte des Osthandels der EWG wurde von der deutschen Wirtschaft bestritten.

Umgekehrt ist der Anteil des Osthandels am deutschen Außenhandel immer noch sehr gering. Die Exporte nach Osteuropa und den sozialistischen Staaten Asiens machten nur 4,1 Prozent der gesamten Ausfuhren (1966 rund 80,6 Milliarden Mark) aus. An dem Einfuhrvolumen von 76,6 Milliarden Mark hatten die Käufe im Osten einen Anteil von 4,3 Prozent.

Der wichtigste Ostlieferant war die Sowjetunion mit Warenlieferungen im Wert von 1,15 Milliarden Mark, gefolgt von Polen mit 482 Millionen. Die Exporte der Bundesrepublik erreichten mit 541 Millionen Mark aber nicht einmal die Hälfte der deutschen Käufe. Das kleine Rumänien dagegen, das schon seit Jahren über die unausgeglichene Handelsbilanz mit der Bundesrepublik klagt, nahm Güter im Wert von 558 Millionen Mark ab.

Besonders rasch hat sich der Handel mit der Volksrepublik China ausgeweitet. Von 61 Millionen Mark im Jahr 1963 stieg er bis 1966 auf fast 518 Millionen Mark. Die Importe aus dem roten Reich der Mitte wuchsen im gleichen Zeitraum nur von 162 auf 370 Millionen Mark. „Das erreichte Handelsvolumen sollte Anlaß sein, ein Warenabkommen mit der Volksrepublik China zu vereinbaren“, fordert deshalb der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels. mj.