Raunheim

Der „Recenia-Kurier“ ist eine vier Seiten starke Public-Relations-Beilage, die in monatlich 130 000 Exemplaren Textil-Fachblättern beigefügt wird. Er berichtet vor allem über Jersey, eine Stoffart. Jetzt schämt sich die Redaktion, und das kam so:

Der April ist der Monat, der mit seinem 1. besonders eklatant anfängt. Natürlich weiß niemand, was vom 2. an geschieht. Und es geschah etwas Trauriges: Konrad Adenauer starb. Nicht genug, daß das Fernsehen das Maß des Kondolierens bestimmte, in der Mai-Ausgabe bittet der erwähnte Kurier aus Raunheim nachträglich „um Verständnis dafür“, daß seine „Geschichte vom Jersey, der länger jung hält – ein Aprilscherz ebenso wie die Neckermann-Geschichte und die Meldung vom Recenia-Mini“ – in so unglücklicher Weise mit dem Ableben des Altbundeskanzlers zusammentrafen.

„Als uns die erste Nachricht von der Gefährlichkeit seiner Erkrankung erreichte, haben wir sofort versucht, die April-Nummer zu stoppen“, schreiben die Jersey-Leute. „Zu spät. Die Zeitung war bereits zu Ihnen, liebe Leser, unterwegs. Daher heute dieses offene Wort ...“

Richtig nett. -k