Unser Kritiker sah:

DIE SPIEL VERDERBER

Komische Tragödie von Michael Ende

Schauspielhaus der Frankfurter Bühnen

Bei der Ankündigung konnte man noch an einen unzeitigen Aprilscherz glauben: Erstling eines Bühnenautors, der Ende heißt. Und dafür als Stücktitel „Die Spielverderber“ – auch das ist unheilschwanger. Aber dann wurde die Uraufführung mehrmals vertagt: Das konnte Zutrauen wecken.

Die deutschen Bühnenerstlinge sprießen aus dem Boden, weil die ausländischen Dramatiker zu wenige Knüller liefern. Und was ein rechter deutscher Autor ist, den holt sein Regisseur auf die Proben, zeigt ihm den Scherbensalat und gibt ihm Tips aus Bühnenerfahrung, er läßt umschreiben. Darüber darf dann der Premierentermin ein paarmal verstreichen.

Inszenierung: Heinrich Koch. Der Schauspieldirektor der Frankfurter Ära Buckwitz ist am Ende angekommen. Koch erinnert dabei an seine Anfänge: die Vorliebe für hochgestochene Sinnbildlichkeit und für Heilslehren, die den groben Theaterbetrieb mit sektiererischer Erlesenheit veredeln sollen. Obwohl der versierte Regisseur auch mit einem Ensemble, das in diesem Falle nicht gerade die Elite des Frankfurter Schauspielerpersonals umfaßte, handfestes Chargentheater zu inszenieren versteht, ging er vor allem seinem neuen Autor auf den Leim.