Auf dem ersten Parteitag der CDU seit dem Sturz Ludwig Erhards beschäftigte sich die Partei vor allem mit Organisationsfragen. Zwar galt die Wahl Kurt Georg Kiesingers zum neuen Bundesvorsitzenden schon vorher als gesichert. Noch am Vorabend des Delegiertentreffens in Braunschweig waren jedoch die geplanten Satzungsänderungen stark umstritten. Mehrere Landesverbände und die Junge Union wollten die Änderungen um ein Jahr verschieben.

Zur Debatte stand vor allem die Wahl eines Generalsekretärs mit weitgehenden Befugnissen. Kiesinger hatte sich für den Bundesfamilienminister Bruno Heck entschieden. Heck aber wollte den Posten nur dann übernehmen, wenn er gleichzeitig Minister bleiben könne. Einige Delegierte aber drangen bis zuletzt auf Hauptamtlichkeit. Der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Kohl erst rettete die Schlacht für Kanzler und Heck.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Rainer Barzel, lobte in seinem Referat die Entspannungspolitik der Bundesregierung. Eine Anerkennung der DDR komme nicht in Frage.

In seinem Gruß wort meinte der CSU-Vorsitzende Strauß, für die CDU/CSU gebe es keinen Ersatz. Die Große Koalition sei nur dadurch möglich geworden, daß sich die SPD den politischen Anschauungen der Unionsparteien angenähert habe.