Fidel Castros Umtriebe beunruhigen Lateinamerika. Eine venezolanisch-kubanische Guerilla-Gruppe versuchte jüngst, unter kubanischer Führung an der Küste Venezuelas zu landen. Außenminister Ognacio Iribarren forderte letzte Woche die Einberufung einer Außenministerkonferenz der OAS, die sich mit den „Angriffen auf die Souveränität Venezuelas“ beschäftigen soll.

Dem bei der Landung erschossenen Guerillaführer – einem kubanischen Armee-Offizier – wurde in Havanna seltene Ehre zuteil: „Unsere Partei und unser Volk erklären ihre tiefe Solidarität mit seiner heroischen, selbstlosen, revolutionären und internationalistischen Haltung“, erklärte das Zentralkomitee der kubanischen KP.

Damit stellte sich Fidel Castro öffentlich hinter jene kommunistisch-revolutionäre Bewegung, die die bestehenden Regimes in Lateinamerika hinwegfegen soll. Wenige Wochen zuvor schon hatte Havanna alle kommunistischen Parteien heftig attackiert, die sich bislang nicht dazu bereitgefunden haben, die Aufstände in Venezuela, Kolumbien, Guatemala und Bolivien aktiv zu unterstützen.

In Rodney Arismendi, dem KP-Führer Uruguays, aber fand Castro einen Gefolgsmann. „Granma“, das offizielle Organ der kubanischen Kommunisten, druckte eine Rede ab, mit der sich Arismendi in Montevideo für eine Gipfelkonferenz aller kommunistischen Parteien Lateinamerikas unter sowjetischer Schirmherrschaft eingesetzt hatte. Thema des „Roten Gipfels“: Entwicklung einer gemeinsamen Revolutions-Strategie für die Neue Welt.