Sind Meldungen wahr, die von einem wachsenden Widerstand gegen das griechische Militärregime sprechen? Angeblich werben Anhänger des früheren Ministerpräsidenten, Georgios Papandreou, Teilnehmer für eine Demonstration des passiven Protests: Am 28. Mai soll die Bevölkerung ihre Wohnungen nicht verlassen. An diesem Sonntag hätten die Griechen ein neues Parlament gewählt, wenn die Obersten am 21, April nicht die Macht an sich gerissen hätten.

Die Redakteure von sechs der sieben in Athen noch erscheinenden Zeitungen – vor dem Putsch waren es 13 Blätter – baten den Ministerpräsidenten Kollias in einem Brief um Aufhebung der strengen Pressezensur. Nach Anweisung der Militärjunta dürfen nur „positive“ Nachrichten und Kommentare veröffentlicht werden, Innenminister General Patakos gab vor Journalisten zu, daß er für eine Streichung der Zeusurbestinmungen eingetreten sei, von der übrigen Junta aber überstimmt wurde. Gerüchte wollen nicht verstummen, die von einer Isolierung des Innenministers sprechen.

Gegenwärtig wird die Führungsspitze der griechischen Streitkräfte umgebildet. Patakos bestätigte, dat mehrere hohe Offiziere in den Ruhestand getreten und jüngere durch Beförderung an ihre Stelle gerückt seien.

Die USA kürzten in dir vorigen Woche ihre Militärhilfe für Griechenland, die 1966 einen Wert von etwa 315 Millionen Mark gehabt hatte, um etwa zehn Prozent. Darunter fallen vor allem schwere Waffen.