Von Marietta Riederer

Jetzt endlich, Ende Mai, wird die farbenfrohe Sommermode auf die Straße kommen.

Und jetzt schon, im Mai, ist die europäische Konfektionsmode für 1968 eine beschlossene Sache; sie ist längst geordert, die Vielfältigkeit läuft auf Touren.

Der große internationale Modezirkus hatte schon Anfang April Premiere mit der Modewoche in München. Er zog weiter nach Berlin, wo neue Attraktionen der Berliner Modellkonfektion hinzukamen. Zu gleicher Zeit (und zum erstenmal) brachte die italienische Mode Mitte April in Florenz eine gemixte Parade mit Clownerien: ein rasanter Wirbel, mit dem die führenden Konfektionäre in die Arena traten.

Und noch während der gediegenen „Berliner Durchreise“ zeigte schon London die „swinging fashion“ seiner „Pony“-Modeschöpfer zwischen zwanzig und dreißig. Gleich darauf lud Paris zu seiner „Prêt-à-porter-Mode“, einer Monstre-Schau mit dem ganzen Ensemble seiner jungen und inzwischen älter gewordenen Stars. Als Finale schließlich versammelte die Internationale Modemesse, die „Igedo“, zum 75. Male in Düsseldorf 1300 Bekleidungsfachleute – auch bei ihr sind rund 300 ausländische Fabrikanten beteiligt. Zum erstenmal veranstaltete Düsseldorfs Messe auch einen internationalen Boutique-Salon, der sich unter der Flagge „Boutique-International“ vorstellte.

So war der April bei Tag und Nacht zu einer ununterbrochenen Modeschau des europäischen Großmarktes mit den ersten Prognosen der Modezukunft geworden, die Ende Juli in Rom und Paris mit den Haute-Couture-Schauen beginnt.

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