Nach 74 fruchtlosen Resolutionen in 21 Jahren wollen die Vereinten Nationen einen neuen Südwestafrika-Vorstoß: Ein UN-Rat soll an Stelle der bisherigen Mandatsmacht Südafrika die Verwaltung der ehemaligen deutschen Kolonie übernehmen.

Schon am 27. Oktober 1966 hatte die UN-Vollversammlung das südafrikanische Völkerbundsmandat aus dem Jahre 1920 für verwirkt erklärt.

Die Mehrzahl der Afro-Asiaten wollte die südafrikanische Mandatsmacht sofort, notfalls mit Gewalt, durch Behörden der Vereinten Nationen ersetzen. Aber die Sowjetunion hatte mit neuen „Friedensoperationen“ der UN-„Blauhelme“ nichts im Sinn, und die Westmächte wollten erst die Vertreter Südafrikas anhören. Der neue UN-Beschluß ist ein Kompromiß: Gewalt wird nicht mehr angedroht. Zwar soll sich der geplante UN-Rat schon alsbald in Südwestafrika etablieren, aber zuvor noch mit der Südafrikanischen Union verhandeln.

Die Südafrikanische Union aber hat bisher hartnäckig das Recht der Vereinten Nationen bestritten, ihr die Mandatshoheit zu nehmen.