Auf dem CDU-Parteitag in Braunschweig wurde Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger zum Vorsitzenden gewählt. Als erster Bundeskanzler besuchte Kiesinger die Demarkationslinie im Zonengrenzkreis Helmstedt. Nach einer Umfrage des Bad Godesberger Ifas-Instituts würden zwei Drittel der bundesrepublikanischen Bevölkerung eine Begegnung zwischen Kiesinger und dem DDR-Ministerpräsidenten Willi Stoph befürworten. Zur Beantwortung des Stoph-Briefes hat das Bundeskabinett eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Mit einer Kritik an der Politik des französischen Staatspräsidenten verband Bundesfinanzminister Frans Josef Strauß ein Plädoyer für die Aufnahme Großbritanniens in die EWG. Aus „persönlichen Gründen“ entschloß sich der französische EWG-Vizepräsident Robert Marjolin zu einem Verzicht auf eine Mitarbeit in der künftigen fusionierten Europa-Exekutive. Mit der knappen Mehrheit von acht Stimmen wurde der von der Opposition in der französischen Kammer eingebrachte Tadelsantrag gegen das Kabinett Georges Pompidou abgelehnt.

Nahost-Krise

Nach Abzug der UN-Sicherungsstreitkräfte und Mobilisierung der Reserven in Ägypten und Israel rückten die Armeen beider Länder in die Grenzstellungen vor. UN-Generalsekretär U Thant traf zu einem „Krisengespräch“ mit dem ägyptischen Staatspräsidenten Gamal Abdel Nasser in Kairo ein. Im Jemen wurde von der ägyptischen Luftwaffe erneut Giftgas eingesetzt. Bei der Explosion einer Mine am syrisch-jordanischen Grenzübergang kamen mehr als zehn Menschen ums Leben. Zur Vermeidung kriegerischer Verwicklungen im Nahen Osten nahm der amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson Verbindung mit dem Kreml auf. Wegen der Nahost-Krise verschob der britische Außenminister George Brown seine Reise nach Moskau. DDR-Außenminister Otto Winzer versprach der „Arabischen Befreiungsbewegung“ Waffenlieferungen.

Fernost-Kämpfe

In der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südvietnam lieferten sich die Streitkräfte Hanois und amerikanische Einheiten verlustreiche Kämpfe. In der Volksrepublik China kam es zu neuen blutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Mao Tse-tungs. Die antibritischen Demonstrationen prokommunistischer Chinesen in Hongkong dauerten an. An der indisch-pakistanischen Grenze lieferten sich bewaffnete Verbände beider Seiten Gefechte. Jean-Paul Sartre und Louis Aragon verzichteten aus Solidarität mit ihren verurteilten russischen Kollegen Andrej Sinjawski und Juli Daniel auf eine Teilnahme am Kongreß sowjetischer Schriftsteller in Moskau.

Südost-Begegnungen

Das Militärregime in Griechenland lockerte die nach der Machtübernahme verschärften Einreisebestimmungen für Touristen. Nach Abschluß eines Freundschafts- und Beistandspakts mit Ungarn reisten Walter Ulbricht und Willi Stoph vom Plattensee zur jugoslawischen Insel Brioni. Staatspräsident Josip Broz Tito sprach sich bei der Eröffnung einer Messe für eine Ausweitung der deutsch-jugoslawischen Wirtschaftsbeziehungen aus. Während eines inoffiziellen Besuchs in Frankfurt traf der rumänische Außenminister Corneliu Manescu mit AA-Staatssekretär Klaus Schütz zusammen.