Bundeskanzler Kiesinger wird den Brief des DDR-Ministerpräsidenten Stoph vom 11. Mai persönlich und direkt beantworten. Den Ostberliner Vorschlag für Verhandlungen zwischen den beiden Regierungschefs will er mit einem Gegenvorschlag beantworten: Ein Bevollmächtigter des Bundeskanzlers soll in Ostberlin Gespräche über eine Verbesserung der menschlichen, wirtschaftlich-technischen und kulturellen Beziehungen zwischen beiden Teilen Deutschlands einleiten.

Das sind die Ergebnisse, welche die Arbeitsgruppe des Bonner Kabinetts auf ihrer zweiten, und letzten Sitzung am vorigen Sonntag in „vollem Einvernehmen“ erzielte. Man kam überein, es Kiesinger zu überlassen, in welcher Form er den Brief beantworten wolle.

Ihm obliegt auch die Nominierung seines Bevollmächtigten für Ostberlin. In Frage kommen eine unabhängige Persönlichkeit oder ein Staatssekretär. Im Gespräch sind unter anderem die Abgeordneten Birrenbach, von Eckardt und Gradl.