Der riesige „Lufthansa“-Jet rollte pfeifend zu seinem Platz auf dem Rhein-Main-Flughafen. Ein Dutzend Kameramänner drängten sich um die beste Schußposition, als Frau Hamm-Brücher, Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, die Ankömmlinge mit Blumen begrüßte: Vier „Junge Forscher“ kehrten heim von einer Amerikareise voller Ereignisse, die sie zunächst nach San Francisco, zur Teilnahme an der 18. „Olympiade der jungen Forscher“, dann nach Seattle und schließlich nach Montreal zur Weltausstellung geführt hatte. Die Reise war Höhepunkt und Ausklang des diesjährigen Wettbewerbs „Jugend forscht“, zu dem der STERN zusammen mit der deutschen Industrie jedes Jahr aufruft. Sie war der Lohn für die vier, die sich unter mehreren hundert Wettbewerbsteilnehmern aus allen Teilen der Bundesrepublik in den vier Wettbewerbssparten als Bundessieger qualifiziert hatten.

In San Francisco stiegen die vier jungen Deutschen noch einmal in den wissenschaftlichen Wettbewerb. Dort fand in diesem Jahr in einer Halle unter dem Rathausplatz die 18. International Science Fair statt, die weltweite Endausscheidung des Wettbewerbs „Jugend forscht“, an der 428 Wettbewerber aus zehn Nationen teilnahmen.

Amerikanische Naturwissenschaftler aller Disziplinen, unter ihnen drei Nobelpreisträger, hatten sich als Juroren für die Bewertung der vielfältigen Arbeiten zur Verfügung gestellt.

Im Wettbewerb trafen Deutschlands Bundessieger auf härteste Konkurrenz vor allem unter den jungen Forschern aus den 50 US-Staaten, die teilweise mit Arbeiten angereist waren, deren finanzieller Aufwand und deren Themenstellung alles übertrafen, was bei uns im Rahmen eines Jugendwettbewerbs denkbar erscheint. Trotzdem gingen die vier Deutschen nicht unter, sondern legten mit ihren Arbeiten für Deutschlands Forschernachwuchs alle Ehre ein.

Joachim Messer, der Sterngucker aus Hanau, schnitt innerhalb der deutschen Equipe am besten ab. Er erhielt den 1. Preis der US-Army (verbunden mit einem Studienaufenthalt in einem Forschungslabor der Armee) sowie den vierten Preis der Sparte Physik. Der dritte Preis in Biologie sowie der zweite Preis der „Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie“ fielen an Günther Bahnweg, der vierte Preis in Chemie an Ilona Schüttler, „Wenn es eine Nationenwertung gäbe“, so rechneten die ehrgeizigen jungen Forscher aus Deutschland flugs aus, „dann lägen wir ganz weit vorn.“ Doch eine solche Wertung gibt es hierbei ebensowenig wie bei Olympischen Spielen, und hier wie dort gilt, daß allein schon die Teilnahme am Treffen der Weltbesten eine hohe Auszeichnung ist.

Mit dem Wettbewerb „Jugend forscht“ fordert der STERN – zusammen mit den Lehrern und der Industrie – unseren naturwissenschaftlichen Nachwuchs heraus. Mit Erfolg, wie die Wettbewerbe 1966 und 1967 (die beiden ersten) zeigen. Der neue Wettbewerb für 1968 wird in diesen Tagen vorbereitet. Auskünfte durch den STERN, „Jugend forscht“, 2 Hamburg 1, Pressehaus.

Der STERN veröffentlicht in dieser Woche (Heft Nr. 24) einen Bildbericht von der Amerikareise der diesjährigen Bundessieger.