Sehr sehenswert:

„Masculin – Féminin“, von Jean-Luc Godard, ist vor allem ein didaktischer Film, ein Kolleg über das zweckmäßige Filmemachen und zugleich eines über den Realitätscharakter von Vorstellungen, Nachrichten, Gedanken und Mythen. Das eine, weil Godard jene üblicherweise angestrebte trügerische Vollständigkeit von filmischen Recherchen durch Methode ersetzt und demonstriert, daß man damit weiter kommt; das andere, weil er vorführt, daß Mythen Konsequenzen haben und Gedanken die Wirkung von Taten, daß falsche Vorstellungen genauso tödlich sein können wie falsche Schritte. Es geht um die Jugendlichen Paul, Robert, Madeleine, Elisabeth und Catherine, die in Paris leben, sich ein bißchen für Politik interessieren, aber auch für Bob Dylan, Bessie Smith und die Autos der Amerikaner und das Kino.

„Blow Up“, von Michelangelo Antonioni, der hier abgestoßen hat, was seinen letzten Filmen an Manien und Symbolik noch anhaftete – kein anderer Film von ihm war so frei von Larmoyanz, so hell und durchsichtig, so unaffektiert und elegant.

„Der Krieg ist vorbei“, von Alain Resnais. Weniger ein engagierter Film als ein Film über Engagement, über den Exilspanier Diego, der in Sachen Revolution reist und dem dabei Zweifel an Sinn seiner Untergrundarbeit gegen Franco kommen.

„Marat/Sade“, von Peter Brook, einem Theatermann, der sich als Filmautor das Theater zum Thema genommen hat und dem dabei mehr gelungen ist als die bloße filmische Reproduktion sener Londoner Inszenierung des Stückes von Peter Weiss: ein Film.

„Mahlzeiten“, von Edgar Reitz.

„Fahrenheit 451“, von François Truffaut.