Auf dem pharmazeutischen Gebiet kommt es vor allem auf das Umsetzen der Forschung in die praktische Anwendung für die menschliche Gesundheit an. Die Aktien auf diesem Gebiet erfolgreicher Firmen gehören dann zu den Wachstumspapieren. Ein gutes Beispiel ist die Schering AG, die im Jahre 1966 wieder einen beachtlichen Teil ihrer gestiegenen Erträge den Forschungsergebnissen verdankt. Diesmal lagen sogar die Aufwendungen für die Entwicklungsarbeiten mit 40,6 (33,4) Millionen über den Sachinvestitionen von 37,0 (48,5) Millionen Mark. Darüber hinaus wurden für den Ausbau der Forschungseinrichtungen in Berlin 8,3 (9,2) Millionen Mark aufgewendet.

Auf dem Weltmarkt ist der Name Schering besonders für Hormonpräparate zu einem Qualitätsbegriff geworden. Das Auslandsgeschäft wird im wesentlichen über die Beteiligungen der Tochtergesellschaft Duco AG in Bergkamen betrieben, deren Kapital auf 50,0 (16,3) Millionen Mark aufgestockt worden ist. Erfreulich ist das Geschäft in Japan gestiegen; in Ländern mit Währungsverfall, also hauptsächlich in Südamerika, mußten dagegen Preiseinbußen hingenommen werden. In den USA ist es nach wie vor schwierig, auf den Markt zu kommen, zumal dort die Behörden langwierige klinische Erprobungen neuer Präparate verlangen. Den Weg soll die Tochtergesellschaft Berlin Laboratories Inc., New York, bahnen.

Alles in allem rechnet Vorstandsvorsitzer Adam Gahn mit einem weiter zunehmenden Umsatz. Deshalb wird den Aktionären neben einer höheren Dividende auch eine Kapitalaufstockung um 8 Millionen Mark zu pari vorgeschlagen. Weiter soll ein genehmigtes Kapital von 15 Millionen Mark geschaffen werden. Schering führt neue Aktien auch zu 50 Mark per Stück ein.

Wer in der letzten Zeit den Kurs in die Höhe trieb, wagt man in Berlin nicht einmal zu vermuten. Ein Aufkäufer oder ein Großaktionär ist jedenfalls nicht bekannt. Nach den letzten – allerdings 15 Jahre alten – Unterlagen war das Schering-Kapital im Besitz von rund 12 000 Aktionären, deren Zahl inzwischen auf etwa 15 000 gestiegen sein dürfte. Die Frage, wie viele bei entsprechenden. Kurssteigerungen bereit wären, sich von ihren Aktien zu trennen und damit einem Großaktionär den Erwerb einer Majorität zu ermöglichen, kann bis heute niemand beantworten. W. P.