Die noch von dem früheren Bundesschatzminister Dollinger eingeleitete Fusion der Deutschen Werft AG, der Howaldtswerke Hamburg AG und der Kieler Howaldtswerke AG macht nur langsame Fortschritte. Die Anteilseigner (der Bund, die Gutehoffnungshütte und die AEG) sollen sich bisher nicht über die Bewertungsmaßstäbe haben einigen können. Überdies, so heißt es,-ist der Wechsel im Bundesschatzministerium der Fusion nicht gerade gut bekommen. Sein neuer Chef, der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Schmücker, habe zur Zeit andere Sorgen; auch der Ministerialverwaltung fehle die frühere Begeisterung für dieses Objekt.

Die Vorstände der drei Werften, bereits personell miteinander verflochten, setzen inzwischen die Verschmelzung ihrer Betriebe unverdrossen fort. Bei der Hereinnahme neuer Aufträge wird ebenso Hand in Hand gearbeitet wie bei der Investitionsplanung. Bis Ende 1968, so ist das Ziel, soll die Fusion auch von der Kapitalseite her vollzogen sein.

Um ihren Wert zu demonstrieren, schütteten die beiden Hamburger Wertteil für das abgelaufene Geschäftsjahr je 4 Prozent Dividende aus. Howaldt-Kiel kann mit einem derartigen „Erfolg“ nicht aufwarten, Dorf entstand im Geschäftsjahr 1965/66 ein Verlust von 25 Millionen Mark; er konnte aus den Rücklagen gedeckt werden.

„Nicht vorhersehbare Ereignisse“ waren die Ursachen dieses Defizits, das die Neuzuführung von Eigenkapital um so dringlicher macht. 40 bis 60 Millionen werden gebraucht, um in Kiel die Bilanz wieder in Ordnung zu bringen. Dafür bringt Howaldt-Kiel aber eine der modernsten Werften Europas in die neue Gesellschaft ein. kw